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 Anomaly

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Raven
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BeitragThema: Anomaly   27/2/2014, 22:14

*16.07.2072*

Immer wieder piepte das Signal ihres Bruders auf und wurde lauter, penetranter, sodass sie es jedes Mal aufs Neue wieder abwürgen musste, während sie mehrere Kreise um durch das weltüberspannende Netz der Matrix drehte. Raven ließ sich viel Zeit dabei. Nun für ihre Umstände, wenn man bedachte, dass sie die gesamte Welt binnen Sekunden umrunden konnte. Aber Wyatt hatte Recht, es wurde Zeit. Obgleich sie dieses Gefühl verfolgt zu werden nie ganz los wurde, beschloss sie, sich wieder mit Wyatt zu verbinden. Sie hörte das leise Knacken auf der anderen Seite und wusste, dass Wyatt sie nun hören konnte.
„Ich sagte bereits, Bruderherz, das nächste Mal kannst du deinen Scheiß allein machen. Ich wäre beinahe aufgeflogen!“ Eigentlich traf ihn keine Schuld, sie war selbst schuld daran, dass sie so unvorsichtig geworden war. Nicht er. Und dieses komische Ding, das sie zu verfolgen schien. Langsam glaubte sie das wirklich. Ständig tauchte es auf. Da konnte man doch nur unter Verfolgungswahn leiden! Aber das musste ihr Bruder langsam auch. Ständig folgte sie ihm. So wie jetzt. Sie konzentrierte sich auf sein Signal und schlüpfte in sein Comlink. Etwas ungemütlich war es, hatte wenig Platz, aber das war egal. Für den Moment hatte sie die Kontrolle. Und bekam mit, wie er sich in Richtung des Treffpunkts begab.
„Hast du die SIN?“, fragte er leise, schaute sich um und beschleunigte seine Schritte. Ihr Bild, eigentlich nur ihr Gesicht, erschien auf dem Display seines Comlinks.
„Was glaubst du denn? Bin ich die beste Hackerin der Welt, oder was?!“, gab sie mit einem breiten, triumphierenden Grinsen zurück.
„Nun lass uns hoffen, dass die Mühe nicht umsonst war und deine neuen Freunde auftauchen!“
„Keine Sorge, das werden sie schon!“ Wyatt wusste nicht genau warum, aber er hatte tatsächlich das Gefühl, dass alles glatt laufen würde, dass sie kommen würden. Dazu hatten sie gestern zu vorsichtig und verzweifelt gewirkt, als dass sie sich diese SIN entgehen ließen. So steuerte er also auf die  Aurora Avenue, Shorline, 17 zu. Ein Wohnhaus, dessen unterstes Stockwerk leer stand. Raven hüllte sich unterdessen in eine Aura des Schweigens und wartete still ab. Allerdings weigerte sie sich die SIN auf Wyatts Comlink zwischenzuspeichern. Lieber würde sie die Transaktion gleich selbst durchführen. Weniger Spuren, die ihren Bruder belasten konnten. Mehr Sicherheit für sie. So lange war die Datei und der Zugang in ihren Gedanken und in ihrem eigenen VPN gesichert. Blieb nur noch abzuwarten.


Zuletzt von Raven am 22/7/2014, 15:16 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Anomaly   24/4/2014, 16:59

Raven war den beiden Turteltauben gefolgt, nachdem Alec und Denahi erschienen waren und sie ihnen mit Wyatts Hilfe und erstaunlicherweise ohne zusätzliche Komplikationen die SIN überspielt hatte. Ein reibungsloser Auftrag. Aber anstatt sich zurück zu ziehen, verweilte sie noch bei ihren neuen Freunden um sie besser kennen zu lernen. Es hatte doch seine Vorteile, seine eignen Spitzen zu haben, in deren Comlinks sie problemlos ein- und ausgehen konnte, wie es ihr passte, ohne lange ein Signal hacken zu müssen. Bei Ares waren sie gewesen. Und es stellte sich heraus, dass es gut war, dass sie ihnen gefolgt war. Denn die Nachrichten hatten noch keine Zeit gehabt von dem Vorfall zu berichten. Vielleicht war auch eine Zensur auf die verhängt worden, der sie davon abhielt von dem Vorfall zu berichten, so lange der Täter nicht gefasst war. Aber wer konnte so dumm sein und zugleich so gut. Was hatte diese Partei gewollt? Sie war im Moment übermüdet und überfragt. Noch wusste sie nicht, ob es die Yakuza waren, Ares oder Occupy oder eine vierte Gruppe. Aber Occupy hätte sicher sie kontaktiert und nicht irgendeinen Hacker oder Attentäter. Die nächste Frage war, ob die Person einfach so schlecht war und in Bedrängnis kam oder ob diese Eskalation gewollt war. Und wenn ja, warum? Fragen über Fragen... Zumindest war es gut, seine eigenen Schachfiguren auf dem Spielbrett zu haben, dachte sie sich. Und es kam ihr nur zu Gute, dass sie beiden Turteltäubchen nun bei einander bleiben würden, das würde alles beschleunigen. Aber bald ging ihr das Geturtel auf die Nerven und sie klinkte sich wieder aus. Es gab eine Menge zu tun, bevor sie die beiden erneut kontaktieren würde. Bevor es einen klaren Auftrag gab.
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BeitragThema: Re: Anomaly   24/4/2014, 17:18

Nachdem sich Raven aus Denahis Comlink ausgeklingt hatte, beamte sie sich binnen Sekunden wieder in ihre Festung der Einsamkeit. So viel Arbeit und so wenig Zeit. Sie kontaktierte Wyatt als erstes.
„Wyatt, hast du das gehört? Es gab einen Anschlag auf Ares!“, bellte sie ihn an. „Weiß du irgendetwas darüber? Hat wieder jemand aus deinen Kreisen die Finger im Spiel?“ Doch ihr Bruder war zuerst einmal perplex. Weder hatte er die Finger im Spiel gehabt, noch hatte er überhaupt von dem Vorfall gewusst. Aber vielleicht hatte ja jemand auch ihn übergangen. Jemand, der aus den eigenen Reihen stammt? Das Gespräch fiel kurz aus und Raven kappte wieder die Verbindung spurlos. Niemand sollte erfahren, dass sie Kontakt hatten.
Das nächste Ziel war das Occupy-Movement. Raven kannte die Vorsitzende. Eine Blonde namens Asha. Aber Raven hatte die Frau nie sonderlich gemocht. Sie selbst wäre ein besserer Führer gewesen. Mit mehr Verstand. Aber auch diese Asha war einfach zu dumm um mehr darüber zu wissen oder gar so etwas zu planen. Denn auch mit den Jahren hatte Asha nicht an Klugheit gewonnen, so befand jedenfalls Raven. Die einzige Aussage, die sie erhielt, bestand in ihrem ewigen Gestotter:
„Raven, du hast doch einmal selbst zu uns gehört. Du solltest doch wissen, dass wir nicht so unbedacht vorgehen. Dass wir niemals unsere Leute der Gefahr aussetzten würden, bei einem der Aufträge zu sterben!“, sicher dachte sich Raven. Bis auf sie selbst und Cloud. Das waren wohl die ersten und einzigen Kollateralschäden.
„Wir hatten es zwar auf die Yakuza abgesehen, aber wir wollten sie lokalisieren und vom Netz abschneiden. Die Interaktionen dokumentieren gegen jedes Mitglied und dann den Laden stürmen oder stürmen lassen.“ Bestimmt, als hätten sie die richtigen Hacker dafür. Und die eigenen Finger blieben schön sauber. Sollte das die Bullerei erledigen, sich bestechen lassen und sie stünden wieder am Anfang. Das war Occupy heute.
„Danke, Asha...“, gab Ravens elektronische Stimme zurück. Wirklich meinte sie es aber nicht. Aber vermutlich wusste Asha zumindest das. Zumindest gab es ja tatsächlich einen Denkanstoß. Ihre eigenen Leute in Gefahr bringen. Jemand war gestorben, davon schien Asha zu wissen, wie Raven auch bei Alec, Denahi und dem Wachmann mitbekommen hatte. Dann war es an der Zeit in einer virtuellen Bibliothek zu surfen. Es war weder schwer, noch dauerte es wirklich lang, sich in die Polizeidatenbank einzuhacken. Die Sicherheitsvorkehrungen waren wirklich miserabel, sodass Raven sogar auf einen Sprite verzichtete um ihre Spuren zu verwischen. Schnell fand sie den Tag und die Uhrzeit des Zwischenfalls. Diesen Morgen gab es nur wenige Tote. Das mussten die Opfer sein. Doch wo war der Täter? Der Wachmann, der das Gebäude betreten hatte um sein eigenes kleines Blutbad zu veranstalten. Warum schickte man nur einen Mann mit Schusswaffen, wenn man auf sich aufmerksam machen wollte? Ein bis an die Zähne mit Sprengstoff versehener Attentäter hätte viel mehr Erfolg gehabt und keine Spuren hinterlassen. Hätte Ares und der Yakuza mehr Schaden zugefügt. Also hieß es, alles über den Mitarbeiter von Ares herausfinden.
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BeitragThema: Re: Anomaly   13/5/2014, 21:51

Nachdem ihre Suche in der Polizeidatenbank wenige Anhaltspunkte gab, bis auf den Namen des Schützen und wenige kurze Daten, beschloss Raven, die staatlichen Einrichtungen in Ruhe zu lassen. Dort gab es weniger zu holen als erwartet. Aber Ares kannte seine Mitarbeiter besser als die Behörden, so vermutete sie jedenfalls, ausgehend davon, wie sie Ares so kannte.
Hier sah es mit der Sicherheit allerdings sehr anders aus. Hier würde sie tiefer in ihre Trickkiste greifen müssen und sich mehr Sprites bedienen, als sie es bei der Polizei getan hatte. Ganze fünf Stück kompilierte sie sich, was auch einiges an Zeit in Anspruch nahm, bis sie tatsächlich zufrieden war und sich in das virtuelle Innere des monumentalen Bauwerks traute.
Aber dann war es an der Zeit, wenn sie voran kommen wollten.
Nach einiger Zeit hatte sie es geschafft sich in die Datenbank oder sollte sie besser sagen: Datenbanken von Ares einzuloggen. Es dauerte auch seine Zeit sich in diesem Wirrwarr an System zurecht zu finden. Aber wieder mit dem Namen, war es halb so wild.
Alexander Ludwig. Ein großer, blonder Mann Anfang Dreißig schaute sie mit stahlblauen Augen an. Geboren 2041. Gar nicht so hässlich für einen Ares-Arschkriecher, dachte sich Raven und wühlte sich weiter durch seine Daten. Er hatte eine Ausbildung bei der Spezialeinheit der MET 2000 in Deutschland erhalten. War also auf seinem Gebiet nicht zu unterschätzen. Gerade einmal 5 Monaten arbeitete der Gute bei Ares. Vermutlich gerade wegen seiner Hintergrundes. Im Außendienst, oh Wunder. Doch das war wiederum ein anderer Außendienst, nämlich in den Barrens. Selten hieß Außendienst, dass man in die gefährlichste Gegend der Stadt geschickt wurde. Raven fand auch einige Berichte dieses Alexanders, sehr knapp, treffend und in einem schlichten, militärischen Ton. Sie handelten von seinen Aufträgen zur Eliminierung von Crittern. Schien einiges auf dem Kasten zu haben und ein Arschkriecher zu sein! Zumindest war er diesen Ares-Wichsen mehr als loyal und daher auch gut angesehen. Doch dann fand Raven einen Bericht, der nicht von ihrem Lieblingsmörder geschrieben war, sondern von einem anderen Mitarbeiter von Ares, dem Leiter von Alexanders Trupp.
Wieder war also diese Einheit von 12 Mann hinausgeschickt worden in die Barrens um Critter platt zu machen, allerdings waren sie es, die anscheinend platt gemacht wurden. Es stand, dass sie tot waren. Allerdings war kein Aufenthaltsort zu finden, kein Fundort. Nichts. Als hätten sie sich einfach in Luft aufgelöst. Und dann, am selben Tag, nachdem seine Kameraden auf sehr mysteriöse Art ums Leben gekommen waren, tauchte dieser Alexander bei Ares auf, loggte sich mit den Sicherheitscodes seines Vorgesetzten ein und ballerte da rum! Tötete die Yakuza und verschwand dann einfach. Ebenfalls spurlos. Irgendwie war das alles mehr als nur sehr seltsam. Raven schaute sich die Videos der Schießerei an. Lud diese herunter und verschwand wieder aus der Datenbank. Diese gesamte Aktion hatte sie mehr als einen Tag gekostet. Unglaublich. Anschließend hatte sie versucht ihn über seine SIN und das Comlink gefunden, doch auch das war vergeblich. Dann wurde es also Zeit ihre kleinen Läufer aufs Spielfeld zu holen...
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BeitragThema: Re: Anomaly   22/7/2014, 12:20

Da war das vertraute Knacken in der Leitung, das auch Wyatts Comlink machte, wenn sie sich einloggte. Aber dieses Mal war es eben Denahis Signal. Es war noch früh am Morgen. Gerade einmal kurz vor sieben Uhr morgens. Aber sie war schließlich auch so nett gewesen, den beiden einen Tag, wie gebeten, Freizeit zu geben.
„Guten Morgen, ihr Täubchen!“, meinte Raven etwas amüsiert, als die die Geräusche auf der anderen Seite der Leitung hörte. „Zeit zum Aufstehen. Die Sonne lacht. Und ein Auftrag ruft!“. Auch wenn ihre Stimme nur virtuell war, lag dennoch ein Lachen darin. Sie konnte nicht umhin, die beiden etwas auf die Schippe zu nehmen.
„Findet den Wachmann, der die Yakuza getötet hat, und bringt in Erfahrung, was mit seinen Leuten in den Barrens passiert ist. Alle Daten, einschließlich des Videos von der Schießerei, sind auf Denahis Comlink. Ich war so frei, euch eine kleine Summe zu überweisen, falls es in den Barrens zu Komplikationen kommen sollte. Ich melde mich in 12 Stunden wieder.“ Damit erklang wieder ein Knacken und Raven war wieder verschwunden, alles, was sie über den Wachmann in Erfahrung gebracht hatte, würden die beiden auch schon bald wissen.
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BeitragThema: Re: Anomaly   22/7/2014, 12:21

Ravens Stimme klang recht zufrieden: „Gut gemacht!“, so schnelle Ergebnisse hatte sie von den beiden nicht erwartet. Nun zumindest Hinweise, wenn nicht Ergebnisse. Es war auf alle Fälle besser diese beiden zu schicken, als ihren Bruder. Auf Alecs Aussage hin, entstand eine Pause, die mit nichts gefüllt war, als Stille und den Außengeräuschen der Barrens? Sechs? Warum sechs? Und sogleich folgten die Aufnahmen, die Raven mitschnitt. Es waren sechs übel zugerichtete Leichen. Denahis Stimme klang in ihrem Gedanken mit, während sie das Szenario betrachtete. Die Frau befand, dass sie zuerst erschossen und dann gefressen wurden. Ein Glück für die armen Teufel, dachte sich Raven. Ihr virtueller Prozessor arbeitete und versuchte die Informationen zu verknüpfen.
Alexander Ludwig war ihr Ares-Schütze.
Mason Garcia war der Vorgesetzte der Einheit.
Jake Harper, Blair Malone, Chuck Hobbs, Aiden Ward waren die restlichen Mitglieder des Trupps.
Der letzte Einsatzbericht, den sie in der Datenbank gefunden hatte, war von Mason Garcia verfasst und nicht von Alexander Ludwig, wie eigentlich zu erwarten war. Der Bericht war kurz vor dem Einsatz in die Barrens geschrieben worden.
Danach fand der Einsatz statt und der Trupp wurde als vermisst gemeldet. Irgendwie war Ares auch bisher nicht sehr gründlich oder erpicht darauf gewesen, seine Mitarbeiter zu finden, was ihr die Arbeit erleichtert hatte.
Heute war der 17.07.2072, die Schießerei fand am 15.07.2072 statt, der Einsatz aber aber am 14.07.2072. Also musste Ludwig zwar bei dem Einsatz dabei gewesen sein, allerdings war er noch am 15.07.2072 am Leben und war nicht mit seinen Arbeitskollegen ums Leben gekommen. Wer war aber dann der sechste Mann.
Oder war es vielleicht doch Ludwig? Vor allem stellte sich die Frage, weshalb gerade der sechste Mann vollkommen nackt war. Zudem schien bei ihm der Verwesungsprozess weiter fortgeschritten zu sein als bei den anderen.
„Ich nehme an, dass sich keine Sins bei unseren sechs Freunden finden lassen? Ich brauche Fingerabdrücke und Gewebeproben von allen sechs. Bringt sie zur Aurora Shoreline und macht, dass ihr aus der Halle verschwindet. Bald wird es hier nur so von Ares-Leuten wimmeln. Allerdings tut mir den Gefallen und fragt in den Barrens herum, ob jemand unseren Herrn Ludwig in den letzten Tagen gesichtet hat! Passt auf euch auf!“ Damit hatte sich Raven bereits wieder ausgeloggt. Die ganze Nacht hatte sie die Gesichtserkennung auf diesen Alexander Ludwig laufen lassen. Und das nicht nur für diese Nacht, sondern für alle Überwachungsaufnahmen der letzten Tage seid der Schießerei im Ares-Tower. Und nichts. Es war so, als sei der Mann vom Erdboden verschluckt, seit er das Ares-Gebäude verlassen hatte. Wie konnte das sein? Er konnte die Stadt nicht unbemerkt verlassen haben. Irgendwas übersah sie einfach. Kurze Zeit später reaktivierte sie wieder die Verbindung zu Wyatt.
„Wyatt, ich brauche dich. Fahr zu Aurora Shoreline. Wir brauchen Fingerabdrücke...“ Ihr Bruder würde schon wissen, was zu tun war.
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BeitragThema: Re: Anomaly   22/7/2014, 12:23

*Seattle – 18.07.2072*

Raven musste feststellen, dass sie die Details langsam zu einem Bild fügten, mit allen Infos, die sie von Alec und Denahi erhalten hatte. Wyatt hatte die Fingerabdrücke eingescannt und einen DNA-Test laufen lassen, Raven hatte die Ergebnisse mit der Datenbank verglichen. Zusammen mit dieser sonderbaren Kutten-Typ-Geschichte, ließ sich Folgendes rekonstruieren:
In der Lagerhalle hatte also ihr Attentäter gewohnt, der zur Zeit am Leben war. Alexander Ludwig ging mindestens einen Tag vor seinem Trupp in diese Lagerhalle und wurde dort erschossen. Daraufhin nahm der Attentäter seine Klamotten und seine SIN und verließ die Halle als Alexander Ludwig. Was wiederum hieß, dass er entweder ein Changeling war oder Nanitenceme verwendete. Am nächsten Tag wurde der Ares-Trupp von sechs Mann in die selbige Halle hineingeschickt. Allerdings war Alexander Ludwig nicht mehr Alexander Ludwig. Der Trupp wurde ausgeschaltet, weil er vermutlich auf den toten Ludwig stieß oder aber einfach im Weg stand. Nachdem Mord verließ der Täter das Gebäude erneut als Ludwig und begab sich ins Ares-Gebäude. So konnte sie Ludwig auch nicht finden, weil der Gute längst tot war, wie die Gewebeprobe bewiesen hatte, und ihr Täter lief vermutlich wieder als Zivilist auf den Straßen herum.
Wieder und wieder spielte Raven die Videos der Überwachungsdrohnen und Kameras in Dauerschleife ab um ein auffälliges Gesicht in der Menge zu finden. Einen Mann mit Ludwigs Uniform, aber nicht seinem Gesicht oder doch seinem Gesicht. Nach dem siebten Mal gab sie auf. In der Aufnahme war nichts zu erkennen. Weit aus Schlimmeres geschah noch. Raven verlor vollkommen ihre Sicht. Die Aufnahme wurde überlagert von einem Zahlenwirrwarr und unendlich vielen Information, die nichts mit ihrer Suche zu tun hatten. Sie drängten sich in die Datei. Durchbohrten sie richtig, bis nur noch ein Paket an Datenmüll da war. Ihre Sicherheitssysteme sprangen längst nicht mehr an. Nicht weil sie gehakt worden war, sondern weil sie es aufgegeben hatte. Sie wusste einfach nicht, was dieses Etwas war, dass sie mit Dateninfos überflutete und sich durch Dateien fraß. Aber gut. In dem Video würde sie ohnehin nichts finden, also brachte sie einfach einigen Abstand im virtuellen Raum zwischen sich und dieses Etwas. Sie schottete ihre gesicherten Datei, samt der Berichte, Fingerabdrücke, ihrer Rekonstruktionen vor diesem Ding ab. Und wartete ab. Am Anfang hatte es sie noch erschreckt. Mittlerweile wartete Raven nur noch, bis es vorbei war. Denn versuchte sie es einzuschließen, wurde es nur noch schlimmer und die wurde von Datenmüll nur so überrollt, bis ihre Sinne völlig benebelt waren. Außerdem war sie einfach nur noch müde. Sie hatte mittlerweile über 3 Tage ohne Unterbrechung durchgearbeitet. Irgendwann brauchte auch ihr virtueller Verstand eine Pause.
„Ach, tu doch was du willst!“, gab Raven völlig entnervt zurück. „Nur hör auf meine Dateien zu fressen!“ Sie wollte damit dieses Datenbündel in dem datenleeren Raum lassen, in ihrem persönlichen White Cube, wo es nichts weiter zerstören konnte. Aber dann hörte es auf. Kein Datenmüll. Es zog sich zu einem kleinen Bündel zusammen und verharrte. Es ging nicht weg. Löste sich nicht auf. Gab keine fehlerhaften Signale und Daten mehr ab. Irritiert wartete Raven ab und starrte die Zahlenanomalie an.
„Du bist ein sonderbares Ding!“, brabbelte sie, was seinerseits eine Reaktion auslöste. Unkoordiniert und unkontrolliert gab dieses Etwas, so etwas wie ein Lachen von sich. Kein wirkliches, hörbares Lachen, sondern eine Emotion, die in einen Code einprogrammiert war. So als wollte es sich ausdrücken, wusste aber nicht genau was es ausdrücken sollte und vor allem wie. Dann gab es wieder einen Impuls von sich. Raven brauchte einige Momente um es zu verstehen... und scheiterte. Es drückte positive Emotionen aus, wenn sie sie auch nicht verstand. Raven winkte ab und öffnete in ihrem White Cube eine Tür, die sie zu einem anderen Komplex ihres VPNs brachte, wo sie so zu sagen, ihr Ruhezone eingerichtet hatte. Dieser Raum variierte fast täglich in ihrer Beschaffenheit, je nach Lust und Laune. Heute war es keine karibische Insel, sondern ein hochmodernes Wohnzimmer. Als sie Anstalten machte den White Cube zu verlassen, machte das Ding Anstalten ihr zu folgen. Bestimmt nicht. Nicht dass es sich dort durch weitere persönliche Daten fraß, während sie abschaltete. So verschloss sie es im White Cube und warf sich auf ihre programmierte Ledercouch. Ihr Körper brauchte keine Ruhe, schließlich hatte sie keinen, aber diese Festhalten an ihren menschlichen Überbleibseln half ihr einfach zu entspannten und ihre Gedanken schweifen zu lassen im leeren Raum.
Tatsächlich schweifte sie ab. Dachte über dieses Ding nach, was womöglich ein Sprite war. Sie sollte doch noch versuchen es zu kompilieren. Über die Ergebnisse. Sie würde zunächst online nach Changelingen suchen und nach Nanitencreme-Absatz, bevor sie wieder Alec und Denahi losschickte. Bevor sie überhaupt konkrete Ideen hatte, was überhaupt für sie zu tun war.
Nachdem Raven tatsächlich länger vor sich hin gedöst hatte und erschreckt feststellte, dass mehr Zeit vergangen war, als sie gedacht hatte, machte sie sich hastig an die Arbeit. Verdammt, es war schon Nacht! Das Auswerten der Daten hatte seine Zeit gefordert, die Videos und dann ihr Ausflug ins Lang der Träume. Oder eher der Gedankenlosigkeit. Seit sie ein Ghost war, träume sie einfach nicht mehr. Sie schlief auch nicht wirklich, sondern ließ viel mehr ihre Gedanken einfach treiben.
Als erstes besuchte sie ihren White Cube, der leer war. Sie schüttelte den Kopf. Dieses Ding verstand sie einfach nicht. Es war da, dann war es spurlos weg. Dann war es unkontrolliert, dann versuchte es zu kommunizieren. Sie konnte keine weiteren Ablenkungen gebrauchten, verdammt. Und das Ding würde sie bald in den Wahnsinn treiben, wenn sie nicht bald wüsste, was es war. Aber es brachte alles nichts, sie musste sie Suche fortsetzen.
Die Spur mit der Nanitencreme verlief sich im Sand. Da das mittel legal absetzbar war und viel gefragt, gab es in den letzten Tagen über 3000 Käufer. Und das allein auf dem legalen Markt. Auf dem Schwarzmarkt würden sich sicher ähnliche Zahlen ergeben. Es war wie eine Nadel im Heuhaufen zu suchen. Es gab auch Einlieferungen von Gestaltwandlern und Changelingen und auch auf dem Schwarzmarkt kam es zu dem einen oder anderen Verkauf. Aber keiner gab wirklich Aufschluss über ihren Täter. Keines der Profile passte zu ihm. Es war zum Verzweifeln. Hier fand sie einfach nichts. Vielleicht sollte sie also einfach anders an die Sache herangehen. Über die Opfer. Aber auch über die Opfer war nicht viel zu finden. Der Japaner Todao Ando, war einer der Anführer der Yakuza und der Ares-Typ, Michael Grey, war zwar ein hohes Tier, um genau zu sein der Leiter der Sicherheitsabteilung, aber kein all zu großer Fisch. Vor allem war er leicht und schnell ersetzbar. Raven konnte nur schlussfolgern, dass die beiden sich getroffen hatten um ein Geschäft abzuschließen. Denn das Einzige was sie finden konnte, waren Flugtickets in den Süden, die nur Stunden zuvor Last Minute gebucht worden waren. Vermutlich hatte der Kerl richtig Dreck am Stecken, doch seine Weste war weiß wie Schnee... Unglaublich. Sie fand nichts. Reich gar nichts. Und da ihr jeglicher Weg zu den Yakuza verperrt war, brachte sie das auch nicht weiter. Und so wurde es wieder Tag. Draußen musste es inzwischen hell sein. Und sie war keinen Schritt weiter gekommen. Sie wusste nicht einmal, was sie nun Alec und Denahi als nächsten Auftrag geben sollte. Vermutlich sollte sie die beiden irgendwie ins Aresgebäude einschleusen, damit sie durch Greys Büro suchen konnten. Mit einem Seufzen machte sie sich wieder an die Arbeit. Sie konnte die beiden kaum als Selbstmordkommando hineinschicken, also musste sie wohl für beide andere Identitäten erstellen, zumindest innerhalb der Datenbank. Also einen neuen Sicherheitsbeauftragen und eine Sekretärin. Aber eigentlich musste sie lediglich die Fotos gegen Aufnahmen der beiden austauschen und diese waren wohl nicht so schwer aufzutreiben. Zumindest die von Alec nicht. Von Denahi wurde es da schwerer, sodass Raven sich an einer virtuellen Programmierung versuchte, die Denahi schließlich recht ähnlich sah. Allerdings dauert auch da ein wenig. Sie würde Wyatt die neuen Ids prägen, chippen und laminieren lassen. Anschließend würde ein Schnellkurrier die Dinger bei Alec abliefern. Das hörte sich zumindest nach einem guten Plan an.
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BeitragThema: Re: Anomaly   22/7/2014, 14:33

Raven merkte, wie sie langsam nachlässiger wurde. Aber zum Glück hatte sie fast schon in letzter Minute daran gedacht, als die Chipkarten an den Kurier gegangen waren. Und als Alec sie kontaktierte, vermutlich weil sie unsicher waren, wies sie ihn darauf hin, dass doch alles war, wie es sein sollte. Kurz nachdem die Karten unterwegs waren, loggte sie sich in die notwenigen Datenbanken ein und koppelte die Chips der Ares-Ausweiskarten an bereits vorhandene SINs. Nämlich an Mr. Wolf, der angeblich der neue Leiter der Sicherheitsabteilung sein sollte. Obwohl die Stelle noch gar nicht neu besetzt worden war. Aber es war nicht gerade schwer eines der Protokolle um zwei Zeilen zu erweitern, sodass Ares nun doch einen neuen Mitarbeiter haben sollte. Es sollte wohl ein Paar Tage dauern, bis der Eingriff in die Datenbanken aufflog. Und aus Denahi wurde Filicia, die Sekretärin Mr. Wolfs, ein Mauerblümchen, deren Gesicht kaum einer kannte. Die gute hatte sich krank gemeldet. Ein kurze Änderung, den Krankenstand um einen Tag verschieben und voila. Dann mussten nur noch die Fotos durch Alecs und Denahis ersetzt werden. Aber spätesten heute Abend würden ihre Sprites aufgeben und die Dateien würden zurückspringen und Alecs und Denahis Gesichter wieder verschwinden. Der Spaß war nur für den Fall, dass eine Kontrolle stattfinden sollte. Aber Ares kontrollierte seine Leute bekanntlich vor der Anstellung und nicht danach. Sicher gab es hier und da Personalchecks. Aber sie hoffte, dass das Alec und Denahi erspart bleiben würde. Es war nicht so, dass sie sie wirklich mochte oder sich sorgte. Aber seine Leute und Angestellten in Gefahr zu bringen, das war eine unverzeihliche Sache. Jedenfalls für sie. Denn gerade sie hatte erfahren müssen, wie es war von den eigenen Leuten im Stich gelassen zu werden. Zuletzt koppelte Raven noch das Signal der Sins an die Comlinks der beiden. Einer oberflächlichen Prüfung würde ihr zusammengepfuschtes System standhalten, nicht aber wenn die beiden Scheiße bauten und tatsächlich einem ausführlichen und sorgfältigen Scan unterzogen wurden. Aber sie hatte die beiden schließlich gewarnt, bevor sie das Gebäude betreten hatten.
Raven wählte eine sichere Verbindung zu den beiden, die nicht zurück verfolgt werden konnte und nur in eine Richtung funktionierte. So würden die Ares Systeme sie nicht erwischen. Aber ihr war klar, dass die beiden i der Sicherheitsabteilung ihre Comlinks deaktivieren mussten. Ab da wären sie auf sich allein gestellt und sie konnte nur noch helfen, falls es tatsächlich zu Ausschreitungen kam. Dennoch behielt Raven das System von außen im Auge. Sie war schon gespannt, welche Hinweise die beiden finden würden. Ob sie auf irgendwelche Geschäfte zwischen Ando und Grey hinwiesen oder das Last-Minute-Flugticket Aufschluss gab. Oder vielleicht würden sie sogar etwas finden, was Raven übersehen hatte. Doch irgendwie bezweifelte sie es. Und auch zu diesen Gestalten auf dem Dach konnte Raven keine Verbindung aufbauen. Sie war in diesem Moment völlig unfähig und musste tatenlos abwarten. Nun, sie musste zumindest nicht ganz tatenlos sein.
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BeitragThema: Re: Anomaly   22/7/2014, 14:59

Dieses Warten machte sie völlig unruhig, also beschloss sie wieder in ihrem White Cube nachzusehen, der völlig leer war. Auch ihre abgeschottete Ruhezone wurde vollkommen aufgelöst. Als Mensch war sie gut gewesen, aber als E-Ghost war sie genial, wenn sie es sich so eingestehen durfte. Sie konnte ihre Sprites in Systeme platzieren mit der Aufgabe Alarm zu schlagen. Zum einen also die äußeren Umstände und Veränderungen des Ares-System betrachten und zum anderen ihre eigene Zone umgestalten. Sie vertröstete sich immer wieder mit dem Gedanken, dass sie ohnehin nichts tun konnte. Nicht helfen konnte.
Sie wurde nachlässig, so wie vorhin mit den SINs, fühlte sich hilflos und irgendwie müde. Sie hätte ihre virtuelle Lokalität aufsuchen könne und dort etwas programmieren und verkaufen können, aber auch das hatte sie schweifen lassen.
So begann sie also mit einer Umstrukturierung ihres Reiches. Der geschlossene Raum wurde umdisponiert zu einem offenen Raum mit freiem Himmel. Die Raumtemperatur sank, die Steinfliesen wurden zu weichem, saftig grünem Gras und in der Mitte erschien eine Trauerweide, umgeben von anderem Bewuchs, der allerdings in undurchsichtigem Nebel lag und den Raum zugleich beengt, wie auch unendlich erschienen ließ. Sie brauchte sich nur hindurch zu bewegen und der Raum würde sich ihren Vorstellungen anpassen. Es war kühl und feucht. Der Wind säuselte leise. Sie konnte den Nebel beinahe schmecken und dennoch war es nicht wirklich echt. Doch Raven gab sich vorerst mit dieser Illusion zufrieden. Sie setzte sich in die Wurzeln des mächtigen Baumes und schloss die Augen. Ließ ihr Sinne oder wohl eher Systeme schweifen ohne die Kontrolle über sie zu verlieren oder zu vergessen, wo sie sich befand. Sie genoss die virtuellen Sinneseindrücke, die sie sich selbst geschaffen hatte. Sie waren perfekt. Perfekter als die Natur dort draußen. Und das war auch zugleich der Negativpunkt. Alles war perfekt. Und vermutlich gerade weil sie ihre Sinne schweifen ließ, konnte sie es fühlen.
Diese Anomalie. Dieses Etwas im Raum. Es war da. Sie konnte es fühlen. Da war etwas Vertrautes. Etwas, das sie aus einer anderen Zeit kannte. Eine Präsenz in der Matrix, die Raven fast in und auswendig kannte. Sie hatte diese Präsenz früher gekannt. Gewusst wie sie gedacht hatte. Doch nun war da nur Chaos. Nur Verwirrung. Diese Anomalie funktionierte nicht so, wie sie einst in komplettem Zustand funktioniert hatte. Aber Raven wusste, dass dieses Etwas die selbe Anomalie war, die sie in der letzten Zeit heimgesucht hatte.
Sie selbst war komplett in die Matix übergegangen. Ihr Geist hatte sich in das Programm überschrieben. Aber dieses Etwas hatte es nicht geschafft. Es war nur ein blinder Abklatsch dessen, was es mal war.
Eine unglaubliche Trauer erfasste Raven, als sie dieses Anomalie spürte. Sie fragte sich, ob ihr Geist so etwas wie ihre Seele war. Konnte eine solche Seele überhaupt Schmerzen empfinden? Müdigkeit: ja. Überforderung: ja. Schmerz, der physischem Schmerz gleich kam: auch ja. Aber seelischer Schmerz? Aber sie glaubte genau das zu fühlen, so leid tat es ihr. Raven brauchte die Augen nicht zu öffnen um dieses Zahlenbündel vor sich zu sehen. Wirr und klein wie es war. Es entwickelte sich. Versuchte. Wollte mit ihr kommunizieren, das wusste der E-Ghost. Raven streckte sich danach aus, wollte der Anomalie eine Form verliehen.
„Es tut mir so Leid...“, hörte sie sich sagen, aber die Anomalie würde ihre Worte nicht verstehen. Es war eine AI, dem die Simiotik von Signifikat und Signifikant fehlte. Noch fehlte oder immer fehlen würde. Das machte Raven nur noch traurigen.
„Lass mich dir helfen?“, bat sie es, aber die Zeichen, die Raven nach der Anomalie aussandte, reichten anscheinend aus um irgend ein Echo des Verständnisses zu wecken, sodass es Raven erlaubte, sich mit ihm zu verbinden.
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BeitragThema: Re: Anomaly   22/7/2014, 15:14

Raven versuchte ihm den Impuls zu geben, sich zu Ordnen. Versuchte selbst dieses Informationswirrwarr zu sortieren, aber es wollte ihr nicht so ganz gelingen. Die AI schien zu empfinden, jedenfalls sandte sie Raven permanent Zeichen der Zuneigung und des Wiedererkennens zu. Zumindest lernte es in der Interaktion mit ihr vage zu kommunizieren, anstatt wirr mit Daten um sich zu schmeißen. Es wurde viel deutlicher, ohne Datenmüll abzuschleudern, auch wenn es noch immer keine feste Form hatte, sondern einem undefinierbaren Zahlen-Wabern glich. Es besaß keine Erinnerungen. An nichts, was früher war. Seine einzige Erinnerung und auch seine gesamte Entität bestand aus der vagen Abbildung der Sehnsucht. Eine Sehnsucht zu existieren. Ohne ein weiteres Ziel als die Existenz selbst. Raven spürte, dass dieses System vor ihr, diese AI versuchte sich von seiner virtuellen Umwelt abzugrenzen um eine feste Entität zu bilden. Das System hatte den festen Drang zu operieren und zu kommunizieren mit anderen System, besonders mit Raven selbst. Es lernte sogar was Emotion war, denn Raven vermeinte etwas wie Freude zu erkennen. Zudem stellte Raven fest, dass es sich im Vergleich zu verstreichenden Zeit rasant weiter entwickelte. Sie wusste nicht wohin dieses Entwicklung ging und wie weit sich diese Ai entwickeln konnte, aber sie war eindeutig da. Als sich Raven wieder von der AI löste, versuchte es die Gestalt von etwas aus vier Beinen anzunehmen. Einem Hund oder einer Katze oder einem Fuchs. Vermutlich identifizierte sich dieses AI mit einem Wesen, dass einen annähernd ähnliche IQ hatte, wie es selbst. Aber früher hatte es bereits existiert, das konnte Raven mit Gewissheit sagen. Sie kannte den Impuls, er war ihr vertraut. Sie konnte mit Gewissheit sagen, dass diese AI weder feindlich war, noch ihr schaden wollte. Es war kein Virus, kein Wurm. Es war da. Und Raven würde es nicht so schnell wieder gehen lassen. Jetzt wo es sie gefunden hatte. Außerdem musste niemand davon wissen.
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