© Catalyst Game Labs & Pegasus
 
StartseiteKalenderGalerieFAQSuchenMitgliederNutzergruppenAnmeldenLogin

Austausch | 
 

 Alec Knight

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Alec Knight
Admin
avatar

Name : Alec Knight
Metatyp : Elf
Männlich Größe : 1,86m
Anzahl der Beiträge : 180
Anmeldedatum : 08.07.13

BeitragThema: Alec Knight   14/7/2013, 02:16

The Knight




Metatyp:

Elf - Restlichverstärkung (30GP)



Aussehen:



Adeptenkräfte:

Gesteigerte Reflexe 3 (3,75Kraftpunkte)
Kampfsinn 3 (1,125 Kraftpunkte)
(0,125 Kraftpunkte übrig)



Implantate:

Keine Vorhanden aufgrund einer angeborenen Immunabstoßung.



Charakter:



Attribute:

Konstitution: 3/6 (9)
Geschicklichkeit: 7/7 (10)
Reaktion: 4/6 (9) + 3
Stärke: 3/6 (9)
Charisma: 3/8 (12)
Intuition: 3/6 (9)
Logik: 3/6 (9)
Willenskraft: 3/6 (9)
Edge: 1/6
Magie: 5/6
Initiative: 10, 4 Durchgänge



Gaben:

- Adept. Eine Gabe, die Alec selbst noch nicht ganz begreift oder besser noch garnicht an sich entdeckt hat.
- Gummigelenke. Ausbruchversuche aus den Anstalten aber auch das harte Training als Musiker, haben ihm eine ungewöhnliche Flexiblität der Gelenken trainiert.
- Schnellheilung. Dies muss ihm von Geburt an mitgegeben sein, denn eine andere Begründung gibt es nicht, warum sein Körper sich schneller erholt und besser auf OP's oder Medikamente reagiert.
- Soziales Chamäleon. Etwas, dass er sich in vielen Jahren der Informationsbeschaffung angeeignet hat. Sei nett und du bekommst schneller was du willst. Sei böse und du kannst dir sicher sein, dass die Information auch ihren Wert hat.
- Unauffälligkeit. Eine Gabe, die er erst in Seattle erlernt hat. Blick zu Boden, Haare ins Gesicht und in den Massen verschwinden. Der Weg des Runners.
- Zähigkeit. Entbehrungen gab es in seinem Leben schon immer. Sei es im Heim, wo man ihm Essen verwehrte oder beim Militär, wo es Extremsituationen zu bewätigen gab. Die Zähigkeit ist das, was ihm geblieben ist.
- Der Weg des Künstlers. Muss man dazu etwas sagen? Die Kunst liegt ihm im Blut, er hat hart für sie trainiert.
- Der Weg des Kriegers. Genau wie die Adeptengabe, schlummert dieses Talent noch in ihm und wartet auf den Moment in dem sie sich zeigen kann.



Handycaps:

- Immunabstoßung. Diese ist angeboren.
- Gezeichnet. Aufgrund seiner Unerfahrenheit, kam er in Kontakt mit schwarzen IC's und ist nun besonders empfindlich auf diese. Was zum nächsten Handycap führt:
- Empfindliches Nervensystem. Dieses hat seinen Ursprung wohl in seiner Kindheit, da er von der Matrix weitestgehend ferngehalten wurde und sein Nervensystem nun nicht auf derlei Reize ausgelegt ist.



Aktionsfertigkeiten:

Gruppe: Einfluss (Führung, Gebräuche, Überreden, Verhandeln) 1
Gruppe: Heimlichkeit (Beschatten, Fingerfertigkeit, Infiltration, Verkleiden) 1
Gruppe: Athletik (Akrobatik, Klettern, Laufen, Schwimmen) 1
Gewehr: 2
Pistolen: 3
Schnellfeuerwaffen: 5
Klingenwaffen: 1
Knüppel: 1
Waffenloser Kampf: 2
Erste Hilfe: 2



Lebensstil:

Unterschicht - 2000 Nuyen/Monat
11GP für Geld (55.000 Nuyen) + Startkapital von 450 Nuyen



Herkunft:

Tir na nÓg - Aus einer reichen und angesehenen Diplomatenfamilie.



Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Alec Knight
Admin
avatar

Name : Alec Knight
Metatyp : Elf
Männlich Größe : 1,86m
Anzahl der Beiträge : 180
Anmeldedatum : 08.07.13

BeitragThema: Re: Alec Knight   17/11/2014, 01:11

Tagebuch - 23.06.2072

Verfasser: Alec Knight, geboren am 25.07.2047 in Tir na nÓg

Neufassung der letzten 25 Jahre

Auszug des Tagebuches: Ein neuer Anfang, Rückkehr ins alte Leben? (Oder: „Für Elisa“)

Endlich habe ich mich dazu entschlossen die vergilbten Seiten hervor zu kramen, in welche ich die Gedanken der letzten beiden Jahrzehnte kritzelte. Seit ich schreiben kann, führe ich Tagebuch. Die ersten Seiten waren damit befüllt, wie schön es doch in Tír na nÓg war, dort zur Schule zu gehen, die große Villa mit dem riesigen Garten zu haben, mein irischer Wolfshund an meiner Seite, der mich nach kurzer Zeit schon an Größe überragte, doch immer auf mich aufgepasst hat. Die ersten Seiten waren erfüllt von den Träumen eines Kindes, welchem alle Chancen auf dieser Welt gegeben waren, einem Kind, welchem alles Glück der Welt zu Füßen gelegt worden war...

Mein Vater, Dante Knight, war ein Diplomat in Tir na nÓg. Hoch angesehen, beliebt und ambitioniert etwas zu bewegen. Dies sollte noch eine wichtige Rolle in meinem Leben spielen, doch dazu später. Vater bewegte sich in der Wirtschaft, in der Politik, der Presse (was kein Wunder war, denn meine Mutter, Delilah Knight, war Geschäftsführerin der größten Presseagentur in Tir na nÓg), sowie im späteren Verlauf meiner Kindheit mit der Verbrechensbekämpfung. Genauer mit der Bekämpfung der großen Verbrechersyndikate wie den Triaden, den Yakuza und besonders dem Humanis Polisclub, welcher allerdings eher in Übersee den Elfen Probleme bereitete.

So viel zu meinen Eltern. Nun, nicht ganz. Sie sollten noch eine weitere Rolle spielen für den Verlauf meines späteren Lebens – wenn nicht sogar bis heute und für meine Zukunft. Und das, obwohl sie schon längst nicht mehr unter den Lebenden weilen.

Wie bereits gesagt, mein Leben war perfekt. Mit 6 Jahren kam ich in die Schule. Einer Eliteschule für besonders begabte Kinder. Ich hatte eigene Lehrer, die mich ausbildeten in den Dingen die ich gut konnte und eigene, die mich halfen das, was mir schwer fiel, zumindest irgendwie in meinen Elfenschädel einzutrichtern.
Besonders begabt schien ich darin zu sein, Klänge zu erzeugen. Ich war sehr musikalisch, spielte Geige, Flöte, Harfe, Klavier... Egal was man mir in die Hand gab, meine Fingerfertigkeit war bereits damals sehr ausgeprägt und meine Eltern bezahlten nicht schlecht dafür, dass ich Privatlehrer bekam, um mich zu einer Art Musiktalent auszubilden. In der Schule, Zuhause, überall wartete entweder Bildung auf mich oder die Musik. Die Zeit, die ich einfach nur im Garten verbringen konnte oder mit anderen Schülern, Gleichaltrigen, war sehr begrenzt.
Doch dafür gab es ja meinen Onkel Nathan. Ich glaube es gibt viele Individuen da draußen die behaupten können, dass sie jemanden kennen, sei es ein Familienmitglied oder ein Freund, der Freund eines Freundes, egal wer, doch diese Person ist einfach die Person, mit der man den ganzen Schwachsinn ausprobieren konnte, den man immer schon einmal tun wollte, der einem Dinge zeigte, interessante Dinge, verbotene Dinge... Meine erste Schusswaffe hatte in im Alter von 7 Jahren in der Hand. Eine alte, abgesägte Schrotflinte. Mit der Hilfe meines Onkels traf ich mit nur einem Schuss gleich 7 Glasflaschen. Ich war unglaublich stolz! Aber na ja, wahrscheinlich hätte ich auch 100 Glasflaschen getroffen, denn die Streuung dieses Teils war einfach nur enorm gewesen... Heute weiß man so etwas, damals hat es einfach nur verdammt viel Spaß gemacht mit Nathan einfach nur mal, entschuldigt die Ausdrucksweise, die Sau raus zu lassen.

Zu erwähnen sei wohl, dass meine Mutter schwanger war und während ich bei meinem Onkel zu Besuch war, kam meine kleine Schwester Elisa Knight zur Welt. Es war ein bewegender Moment in meinem Leben. Eine kleine Schwester! Plötzlich drehte sich nicht nur bei meinen Eltern, sondern auch bei mir, alles um das kleine Etwas, welches schreiend im Bettchen lag oder pausbäckig die Umgebung verzauberte, sobald Freunde der Familie oder Verwandte da waren.
Zu meinem ersten Konzert mit 8 Jahren, hatte ich sogar ein Lied für sie komponiert: Für Elisa (die Komik dahinter verriet mir mein Vater damals noch nicht, vielen Dank Herr von Beethoven!). Das Konzert war ein voller Erfolg. Noch nie war ich so stolz gewesen (selbst das zerschießen der Flaschen war in den Schatten gestellt...). Mein Ziel, meine Bestimmung schien die Musik zu sein. Große Musikproduzenten wollten mich 'einkaufen'. Alles schien perfekt. Ich musizierte für die Werbung, für einige Filme und das alles im Alter von 8 Jahren. Trotz all dem Trubel um mich, war mir die liebste Sache der Welt schon damals meine kleine Schwester. Sie pausbäckig meine Verwandten und die Freunde der Familie zum lachen zu bringen. Ihre Art war bereits damals ein kleines Wunder...
Im Alter von 9 Jahren sollte sich alles jedoch ändern. Wie bereits erwähnt, hatte mein Vater damals bereits viel damit zu tun, die großen Verbrechersyndikate zu bekämpfen. Anscheinend hatte er sich jedoch mit seiner Arbeit etwas übernommen. Zumindest nehme ich das an. Aber bevor ich hier mit den Dingen anfange, die ich nur mutmaßen kann, beschreibe ich besser den Tag an dem die Welt für mich zusammenbrach. Denn dafür gibt es Zahlen und Fakten und zwar welche, die der einzige richtige Augenzeuge bieten kann, nämlich ich.
Es war im Jahr 2056, der 31. August. Ein warmer Tag an dem ich von meinem Musiklehrer eine kurze Pause bekommen hatte von den Proben, weil ich in der Woche davor ein gutes Konzert gegeben hatte. Das einzig seltsame an jenem Konzert war, dass mein Vater nicht dabei gewesen war. Er war immer dabei, bei jedem Konzert, immer wenn ich eine Vorstellung gab. Doch meine Mutter und er hatten sich kurz zuvor gestritten. Worum es ging, weiß ich nicht mehr, auch wenn ich es mittlerweile bereue, mir damals nur die Ohren zugehalten zu haben, damit ich nichts mitbekommen musste und die Schreierei an mir vorbeiging... Heute würde ich viel dafür geben, denn es hätte vielleicht ein wenig Licht in eine dunkle Sache gebracht, welche ich noch 16 Jahre später verfolge!
Wie gesagt, war mein Vater nicht auf dem Konzert gewesen. Allerdings kam an er jenem Tag früher nach Hause. Ich bekam es mit, da ich nicht mehr im Haus war, sondern die Pause im Garten verbrachte. Meine Mutter hatte in der Zwischenzeit meinen Platz eingenommen und ihre Gespräche mit dem Musiklehrer, welche sie zu führen pflegte, wenn mein Vater nicht im Haus war... Das Auto meines Vaters hatte jedoch dieses unverwechselbares Geräusch, sodass ich sofort aufsprang und mit meinem Hund an der Seite in Richtung Villa lief. Die anderen Autos, welche ebenfalls zu hören waren, ignorierte ich einfach. Sie waren in diesem Fall nur Nebengeräusche, die mich nicht von der Euphorie abhalten konnten, meinen Vater zu sehen, der normalerweise erst gegen Abend Zuhause war. Ich hatte ihm so viel zu erzählen, wollte ihm sagen, wie gut ich heute gespielt hatte, was für ein Lob ich vom Lehrer bekommen hatte und dass ich zwei weitere Strophen geschrieben hatte. Er freute sich immer, wenn ich mein Stück „Für Elisa“ verbesserte, vergrößerte. Immerzu strahlte er, wenn ich es ihm vorspielte oder davon erzählte. Nur an jenem Tag sollte es nicht so sein.
Als ich durch die überwachsene Laube lief, welche in die Villa führte, stieß mich eine Druckwelle zu Boden und nahm mir für einige Minuten, einige wichtige Minuten, die Besinnung.
Die schwere Eingangstür der Villa wurde aufgesprengt, Druckwelle, Splitter, Schrapnelle und die schiere Gewalt des Feuers hatten gleich zwei Bedienstete in Stücke gerissen und im gesamten Eingangsbereich verteilt. Kein schöner Anblick, jedoch einer, der mich nicht so verstört hätte wie der, der noch kommen mochte.
Leider kam ich zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht zur Besinnung, sodass ich nur mit verschwommenem Blick in Richtung der Tür schauen konnte und alles nur gedämpft hören konnte. Was ich jedoch sah, war eine Gruppe von asiatisch aussehenden Anzugträgern, bewaffnet mit Pistolen und Gewehren, welche das Haus systematisch ausnahmen und jeden töteten, der auch nur einen Laut von sich gab. Schließlich zerrten zwei der Anzugmenschen meinen Vater in den Flur, schossen ihm in die Beine, sodass er vor dem einen knien musste, an welchen ich mich genau erinnerte: Japanische Abstammung, Mittelgroß, Glatze, grimmiges Gesicht und eine Narbe vom linken Wangenknochen über das linke Auge, bis zur Mitte der Stirn. Heute weiß ich, mit den neusten Erkenntnissen, die sich mir boten, dass er mittlerweile ein gefürchteter Yakuza Boss ist. Damals schien er noch eine Art Handlanger zu sein, gehobener Handlanger vielleicht, aber nicht mehr. Man zerrte also meinen Vater vor ihn, welcher sie niemals vor irgendjemanden hingekniet hätte und dann... das Katana in der Hand dieses Yakuza... die Blutspritzer, fein säuberlich an der Wand, der Schnitt, perfekt, der abgetrennte Kopf meines Vaters...
8 Bedienstete, mein Musiklehrer, mein Hund, Mutter und Vater. Alle tot. Meine Schwester überlebte, weil sie an diesem Tag eine Impfung bekam, genau wie eine junge Bedienstete, weil sie dazu verdonnert wurde, Elisa dort hin zu bringen. Ironischer weise, retten Impfungen anscheinend vor den Yakuza. Vielleicht ist darum mein Impfpass immer auf dem neusten Stand. Eine Art Talisman für mich...
Auch ich überlebte diesen Tag. Eine weitere Explosion rettete mir das Leben, denn gesehen hatten mich diese Gangster bereits und wären zweifellos auch zu mir gekommen. Skrupel davor ein Kund zu töten hatten sie sicher nicht. Doch das TRC (Tir Republican Corps) sollte meine Rettung sein. Innerhalb von Sekunden hatten sie das Haus, die Umgebung, das gesamte Areal umstellt, Truppen waren in mein Familienhaus eingedrungen und hatten in einem kurzen und für die Yakuza aussichtslosen Kampf, die Mörder meiner Eltern getötet. Alle. Jeden Augenzeugen. Jeden, der auch nur das geringste über diesen Vorfall sagen konnte. Bis auf einen. Jenes Narbengesicht, welches heute zu den berüchtigsten Yakuza Bossen gehört. Wie auch immer das funktionieren kann, wenn im Umkreis von hunderten Metern genau jener Mann nicht gefasst werden kann, wenn schwer bewaffnete Spezialkräfte da draußen stehen und jenen Mann anscheinend einfach hinaus spazieren lassen, wenn... nein. Denkt man zu viel darüber nach, lässt es gewisse Schlüsse zu, die zu ziehen, ich damals noch nicht in der Lage war. Dafür musste ich erst einige Jahre älter werden und einige Erfahrungen selber machen.
Nun, der weitere Verlauf meiner Geschichte war nicht gerade das, was man ein gelungener Start in ein neues Leben nannte: 13 Pflegefamilien, 6 verschiedene Heime und das allein im Alter von 9 bis 13. Ich wurde von meiner Schwester getrennt, meinen Onkel Nathan sah ich nie wieder. Bis heute weiß ich nicht, warum er mich nicht zu sich genommen hat und vor allem nicht Elisa!
Die erste Zeit war ich aggressiv, gewalttätig und unberechenbar, bis ich schließlich soweit war, dass ich einfach nur resignierte. Der Schmerz alles verloren zu haben und nichts über meine Schwester zu wissen, keine Ahnung zu haben, was mit ihr war, ob sie lebte, ob es ihr gut ging, ließ mich wahnsinnig werden. So lange, bis mein Körper und mein Geist einen Entschluss gefasst haben müssen: Denn von einem Tag auf den anderen änderte sich alles und ich schien zu einer leblosen Hülle zu werden. Zwar aß und trank und, schlief und war wach, doch mein leerer Blick, meine leeren Gedanken, meine Teilnahmslosigkeit, machte die Erzieher und Ärzte ratlos. Sie versuchten es mit Psychologen, verschiedensten Drogen, versetzten mich in andere Heime, doch nichts schien zu helfen. Die leere Hülle blieb bestehen. Setzte man mich an einen Tisch, so blieb ich reglos dort sitzen, bis man mich ins Bett brachte. Körperlich war ich vollkommen in Ordnung, doch der Schmerz hatte einfach alles betäubt.
Erst im Alter von 14 Jahren sollte sich etwas bessern. Man hatte mich in ein Heim für schwer erziehbare Kinder mit traumatischen Hintergründen gesteckt, mir eine junge, unerfahrene Pflegerin zugeteilt, die einfach den ganzen Tag nichts anderes zu tun hatte, als entweder von ihrem Tag, ihren Sorgen oder ganz einfachen alltäglichen Dingen zu reden. Jeder Mensch wäre wohl wahnsinnig geworden, wenn man es nicht schon gewesen wäre (ha ha). Doch diese Frau war es auch, welche mir jene Zeilen vorlas, welche mich aus diesem Zustand befreien sollten. „Ich vermisse dich, Bruder“. Ein handgeschriebener Brief in der bemühten Schrift einer 7-Jährigen. Jene vier Wörter, die meinem Leben wieder einen Sinn gaben und das, obwohl ich nicht einmal wusste, ob diese Wörter wirklich von Elisa kamen. Ob sie sich überhaupt an mich erinnerte, ob sie überhaupt lebte. Immerhin gab es viele Brüder auf der Welt, es gab viele 7-Jährige mit so einer Schrift und die Pflegerin war mit meiner Familiensituation vertraut. Eine Therapeutische Idee von ihr? Oder wirklich meine Schwester?
Egal was es war, von da an wusste ich, was zu tun war. Die ersten beiden Ausbruch Versuche waren stümperhaft geplant. Nummer 3 bis 5 brachten mich immerhin einige Kilometer von meinem Gefängnis weg. Jedoch wurde es ab dann immer schwieriger, da mein Gefängnis immer mehr zu einem wirklichen Gefängnis wurde. Zwar gab es so etwas wie Einzelhaft nicht in einem Erziehungsheim, aber entschuldigt bitte! Wie nennt man es denn, wenn man in einem großen Raum eingeschlossen ist, vor den Fenstern Gitter (immerhin mit Blumen dekoriert!) angebracht waren und man Brot und Wasser bekam. Stolz machte mich jedoch, dass die Gitter nur für mich angebracht worden waren. Ich schien schnell zu lernen...
Mit 17 Jahren hatte ich es jedoch aufgegeben. Weiter als bis in die nächsten Städte kam ich nie. Es machte also keinen Sinn und wenn ich mich bemühte, kam ich in einem Jahr schon aus dieser Anstalt hinaus. Nur wenn ich mich besserte.. Darum wurde ich mit meinem 17. Geburtstag auch Handzahm wie ein Schoßhündchen, wurde berechnend, emotionslos und kalt, um dieses Jahr zu überstehen. Auch nutzte ich die Zeit gut. Meine Tage bestanden seit diesem Jahr größtenteils daraus, alles versäumte an Bildung nachzuholen, die anderen zu überholen und meinen Körper wieder zu dem zu machen, wie er sein sollte, wenn ich hier raus kam. 18 Stunden lernte ich, bildete mich fort, eignete mir Wissen an, trainierte meinen Körper. Die anderen 6 Stunden verarbeitete mein Hirn das Gelernte, mein Körper verinnerlichte das Training und mein Herz verdrängte all den Schmerz. Und es zahlte sich aus, denn mit meinem 18. Geburtstag entließ man mich in die Freiheit, mit den besten Zeugnissen, die man aus einer Anstalt mitnehmen konnte, den Empfehlungen der Erzieher, Ärzte und Psychologen, sowie 200 NewYen.
Das Geld war in Null Komma Nichts weg. Bewerbungen in der heutigen Zeit kosteten Geld. Ich war froh, dass ich mir keine Kleidung kaufen musste, sondern auch diese von der Anstalt gestellt wurde. Das Erbe meiner Eltern, so entschied ich jedoch, wollte ich nicht antreten und meldete mich nie bei dem Anwalt, der mir wahrscheinlich Millionen aufs Konto gebucht hätte. Doch das Geld sollte meine Schwester haben. Wenn sie einmal 18 war. Wenn sie überhaupt noch da war...
Der Ansporn so schnell wie möglich einen Job zu bekommen wurde nur gefördert von der Angst vor der großen Welt dort draußen. Diesem globalen Irrgarten, welchen ich durchforsten musste, um Elisa endlich zu finden.
Die ersten Anlaufstellen waren Sicherheitsfirmen. Warum? Nun, wie kam man sonst an die gewünschten Qualifikationen heran, die man haben musste, um sich bei der TRC zu bewerben? Dem Verein, der mir das Leben gerettet hatte und der die Informationen haben musste, was den Tod meiner Eltern und vielleicht sogar dem Verbleib meiner Schwester aufklärte. Im Heim noch hatte ich versucht Briefe zu schreiben, doch diese wurden schlicht nicht weggeschickt. In der freien Welt wollten mir die Ämter das Leben schwer machen mit Formularen, Anträgen und was der Bürokratie noch alles einfiel. Meine Fähigkeiten als Formular-Befüller waren mittlerweile enorm. Doch wieder das gleiche Problem: Schlichtes Ignorieren meiner Person. Zu dem Thema gab es keine Auskunft, diese Akte sei gesperrt, ich habe keine Befugnis. Keine Befugnis meine Schwester zu sehen?!
Der Staat Tir na nÓg wurde in seiner Gesamtheit immer lächerlicher für mich. Also gab es nur eine Chance und das war eben jene, die Organisation zu finden, welche die Befugnisse hatte.
Die TRC war die mächtigste des Landes. Hinein kam nur wer entweder Namen oder Rang hatte. Ja, oder zu viel Geld...
Doch die meisten wollten eben jenen Status erreichen: Viel Geld verdienen. Mir war das Geld nicht wichtig, sondern eher die Privilegien der Befugnisse. Dass ich in Akten blicken durfte, die kein anderer sah, dass ich Zutritt zu Orten hatte, die niemand hatte.
Leider führte mich der Weg erst an verschiedene andere Orte und Organisationen: Renraku, Aztechnology, MET2000, Lone Star, sogar das Militär der UCAS, um nur einige Konzerne zu nennen, welche ich durchlief. Ganze 5 Jahre dauerte es, 5 Jahre in denen ich Geld verdienen durfte, um meine Ausbildungen zu bezahlen, die Schulden bei der Bank zu tilgen (Aus- und Weiterbildungen wenn man ganz unten anfing, waren ziemlich teuer!). 5 Jahre in denen ich an dunklen Orten war und viel erlebt hatte, was sicher niemand wissen möchte. Zumindest nicht freiwillig. Doch darum geht es nicht, denn ich erreichte mein Ziel: Die TRC. Vor zwei Jahren war ich drin. Im Alter von 23. Und blieb ein ganzes Jahr. Warum ein Jahr? Weil man in der TRC loyale Killer heranzüchtete, welche im Auftrag des Staates Morde begingen, Terror verbreiteten und schon gar nicht an jene Informationen kamen, welche mir geholfen hätten, um meine Schwester zu finden, geschweige denn den Tod meiner Eltern aufzuklären! Tir na nÓg war für mich abgeschlossen. Der Elfenstaat sollte seine Suppe ohne mich kochen.
Aus diesem Grund bin ich mittlerweile auch in Seattle gelandet. Kein Einfluss der Danaan Familie. Kein Elfenstaat, sondern reine Geschäftssache.
In Seattle kann ich zumindest reinen Gewissens durch die Straßen ziehen und Drogendealern die Pistole an den Kopf halten, ein paar Gangstern den Garaus machen. Gutes Geld, für saubere Arbeit und die Welt wird sogar ein wenig besser da draußen.
Auch ist die Informationsbeschaffung in Seattle einfach ein wenig.. unkomplizierter. Kennt man die Wege der Schatten, stört keine Behörde mehr, stört kein falsch ausgefüllter Antrag. Das einzige was stören kann ist, dass man zu wenig Geld hatte, um sich einen richtigen Hacker zu leisten oder dieser den Job einfach nur versaut hatte. Stören konnte nur, dass man auf der Flucht vor der Polizei war, weil man selber zu unvorsichtig war. Doch das wichtigste war, dass ich mich langsam nährte. In den letzten Monaten habe ich mehr Informationen gesammelt, als in den Jahren davor. Zwar wohne ich nicht in einer hübschen Villa, sondern einem Vorort von Seattle. Einem der Sorte, wo man eigentlich nicht wohnen will, doch ich habe meine vier Wände, habe das, was man braucht, um in Seattle als sogenannter „Runner“ zu überleben und habe endlich den Entschluss gefunden dir, Elisa, dieses Tagebuch zu vermachen.
Bald bist du 18 Jahre alt, wirst das Erbe unserer Eltern antreten. Ich hoffe, dass mein Wissen dir weiterhelfen wird und dass du weißt, dass dein Bruder dich liebt. Ich hätte dich gerne gefunden, mich um dich gekümmert. Das einzige was mir bleibt, ist weiter zu suchen. Dich zu suchen, den Grund für den Tod unserer Eltern und meine Rache zu planen.

Im Anhang wirst du Dokumente zum Todesfall unserer Eltern finden. Zeitungsartikel von damals, sonstige Dokumente, RFID-Marker Koordinaten, wo weiteres Wissen gespeichert ist.
Sollte ich sterben auf meinem kleinen Privatfeldzug gegen die Yakuza oder Tir na nÓg, sollst du zumindest wissen, wofür dein Bruder gelebt hat.
Dies ist mein Erbe „Für Elisa“

Alec
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
 
Alec Knight
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Shadowrun :: THE SIXTH WORLD :: Runner in Time - 2072-
Gehe zu: