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 Prototyp 1.0

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Yorelias
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BeitragThema: Re: Prototyp 1.0   17/11/2014, 17:57

Dass Raven nun den Bedarf hatte alles mit ihrem neuen Werkzeug auszuprobieren, war Yorelias vollkommen klar. Immerhin musste man wissen, was es aushielt, was es konnte, wo die Grenzen lagen und wie viel man der Biologie zumuten konnte, auch wenn es weitaus mehr als normale Biologie war. Der Körper war sicherlich ein Vermögen wert und war vollgestopft mit der neusten Bioware und Gentechnologie, wie er vermutete. Doch eine Flasche Wein oben im Zimmer gehörte wohl eher zu den Dingen, die Raven als Nachholbedarf für ihre ganz menschlichen Züge bestellt hatte.
Das Hotel selber war eines der gehobenen. Lackiertes Holz, wertvolle Materialien, Augen die einen abschätzig anschauten wenn man wie Raven gekleidet war. Das brachte Yorelias irgendwie zum grinsen an der Rezeption. Das Trinkgeld, welches sie der Rezeptionistin gab, war in zweierlei Hinsicht interessant für Yorelias: Anscheinend wollte sie einen guten Eindruck hinterlassen, sodass sie auch gut behandelt wurde in dem Hotel und andererseits auch eine Art Schweigegeld, sodass über ihre Art sich zu kleiden und sich zu geben, hinweg geschaut wurde. Legte Raven tatsächlich wert darauf, dass sie angesehen blieb? Dass ihr Ansehen nicht beschmutzt wurde? Oder wollte sie einfach nur sich selber beweisen, dass sie die Menschen kontrollieren konnte und über dem ganzen stand, da sie ja schließlich mit Geld alles regeln konnte, mit Geld sich die Leute erkaufen konnte. Wie wahrscheinlich auch Denahi und Alec. Aber das war ein anderes Thema.
Der Blick der Blondine fiel Yorelias ebenfalls auf und wieder einmal wurde ihm klar, wie leicht die Bevölkerung zu manipulieren war: Seine Kleidung spiegelte wieder, was man wohl in der heutigen Zeit, wie aber auch schon hunderte Jahre zuvor begehrte. Die eleganten Lackschuhe, die teure Stoffhose dazu, die Veste aus feinem Leder, das teure, weiße Hemd darunter und der Ledermantel, der wohl so sündhaft teuer war, dass sich andere ein ganzes Jahr ihren Lebensunterhalt finanzieren konnten. Selbst die alte Armbanduhr, die er trug, war wohl so viel wert. Dabei waren alles nur Dinge, die er gern trug, weil er mit jedem Gegenstand etwas verband: eine Erfahrung, die er damit gemacht hatte. Alles in allem wirkte er wohl wirklich wie ein oder zwei Jahrhunderte zurückversetzt, was aber heute kein Problem war, denn ähnliche Kleidungsstile herrschten auch heute in der Gesellschaft vor, die zu viel Geld hatte. Nur hatte er noch dieses elfische Aussehen, welches wohl ebenfalls eine Art Schönheitsideal war.
Er lächelte der blonden Frau noch zu, schüttelte den Kopf auf ihre Frage hin, bevor er sich ebenfalls umdrehte und Raven folgte.
„Eine Flasche Wein also? Der Nachholbedarf erstreckt sich also ebenfalls auf reinen Genuss? Dann sollte ich vielleicht die Wahl des Weines treffen, wenn die Speisekarte des Hotels schon rauf und runter bestellt wird...“
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BeitragThema: Re: Prototyp 1.0   18/11/2014, 23:11

Raven trat in den Aufzug, dicht gefolgt von Yorelias, alsbald schlossen sich die Türen mit diesem fahrstuhl-typischen Geräusch und Raven meinte relativ entspannt und wenig beeindruckt:
„Tu dir keinen Zwang an, bestell ruhig jeden Wein, denn du möchtest.“ Für sie hätte es nämlich auch eine Flasche Tequilla getan oder alles andere, was ihre Gedanken benebeln konnte und einen etwas anderen Bewusstseinszustand hervorrief. Bei dem Gedanken musste Raven selbst etwas grinsen und sah ihre Reflexion in den spiegelglatten, lackierten Täfeungen des Aufzugs.
„Darauf kannst du deinen Hinter verwetten, dass sich mein Nachholbedarf auf Genuss bezieht. Stell dir vor, wie es wäre ein Jahrzehnt lang alles durch einen Filter aus Einsen und Nullen mitanzusehen, ohne wirklich zu sehen. Nichts zu hören, nichts zu riechen, zu schmecken oder zu fühlen. Zumindest nichts, was sich auf die multisensorische Wahrnehmung richtet...“
Der Fahrstuhl fuhr fünf Stockwerke hinauf. Und das ohne irgendwo halt zu machen. Auch verstummte dieses nervige Gedudel, sobald sich die Türen geschlossen hatten. Und fünf Stockwerke darüber öffneten sich die Türen und zeigten einen langen, mit dunkel blauem Teppich ausgelegten Gang. Die Wände waren weiß und sauber. Alle Türen waren weißlackiert im klassizistischen Stil. Zielstrebig steuerte Raven die siebte Tür auf der linken Seite an. Kaum dass sie davor angekommen waren, sprang die Verrieglung auf, sodass Raven die Tür vor sich einfach nur aufschob. Vor ihnen lag ein riesiges Zimmer mit einer Badewanne und Toilette rechts und linkt erstreckte sich ein Regal in Hüfthöhe beinahe durch den gesamten Raum. Relativ zentral stand ein riesiges Doppelbett und dahinter befand sich eine Fensterfront, die mit transparenten, weißen Vorhängen zugezogen war. Raven ließ den Seesack im Gehen von ihrer Schulter fallen und steuerte das Bett an. Sie drehte sich kurz mit dem Gesicht zu Yorelias, grinste und ließ sich dann rückwärts aufs Bett fallen, samt Jacke und Stiefeln. Sie landete erstaunlich weich auf der Vielzahl an Decken und Kissen und musste doch lachen wie ein kleines Mädchen, als sie sich darin herum rollte und ihr Gesicht in einem der weichen Kissen vergrub. Sicher musste es sonderbar auf Yorelias wirken, aber das war ihr gleich. Raven zerflauschte die Decken und Kissen einmal ordentlich, die das Bett sehr benutzt aussah und beschloss dann, dass es Zeit war, etwas zu bestellen. Sie konnte ja einfach im Bett essen.
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BeitragThema: Re: Prototyp 1.0   22/11/2014, 17:16

Yorelias mochte diese etwas alt und elegant wirkende Umgebung. Es war nicht so modern und fortschrittlich von Außen, auch wenn man genau wusste, dass innen eben doch alles die Vorzüge der Moderne hatte. Als sie das große Zimmer betraten, begutachtete der Elf auch hier die Möbel, die Auswahl der Farben und Materialien und musste schmunzeln als er zwei Retro-Tablets fand, die wohl eine Speisekarte und eine Getränkekarte stilisieren sollten, wie sie vor Jahrzehnten noch gebraucht wurden und auch heute in den ärmeren Vierteln der Stadt zu finden waren. Hier sollten sie einfach nur Dekorelemente sein und den Gast sich etwas Zeitversetzt fühlen lassen.
Als er mit den beiden Geräten, die wirklich so dünn waren wie echte Speisekarten, sah er nur wie Raven sich gerade auf das Bett fallen ließ und ihn angrinste, bevor sie landete und das halbe Bett auseinander nahm. Kopfschüttelnd und sich irgendwie über ihr kindliches Verhalten freuend, kam Yorelias zu ihr zum Bett und streckte ihr die Speisekarte entgegen.
„Wenn ich die Weine aussuche, müssen Sie mir schon etwas gutes zu Essen aussuchen.“, meinte er und war gespannt, ob sie die Karte überhaupt anschaute und nicht einfach alles selektierte und es bestellte. Um diese Zeit würde sicher ein Koch erst einmal geweckt werden müssen, damit er alles zubereiten konnte. Dass es dafür sicher auf der Rechnung einen fetten Aufschlag geben würde, weil man mitten in der Nacht jedes Gericht gekocht haben möchte, störte Raven wohl weniger... Yorelias suchte unterdessen zwei Weine aus der Karte: einen schweren Rotwein und einen leichteren und fruchtigen Weißwein, damit sie auch zu jedem Gericht etwas zu trinken hatten.
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BeitragThema: Re: Prototyp 1.0   23/11/2014, 20:54

Raven setzte sich auf, als Yorelias auf sie zu kam und ihr das ultra flache Tablet reichte. Grinsend nahm sie es entgegen und rutschte damit im Bett etwas vor, wo sie sich aufsetzte, ihre Füße hochzog, die Stiefel abstreifte und sie Beine unter sich im Schneidersitz verkreuzte.
„Bestimmte Wünsche?“, fragte sie Yorelias noch immer gut gelaunt, da hatte sie bereits damit begonnen mit den Fingern über die Oberfläche zu fahren und eine Kombination auf schieben und drücken auszuprobieren. Eigentlich hätte sie sich einfach in das System begeben und eine fertig Bestellung binnen einer Sekunde hinunter senden können. Das wäre viel effizienter gewesen. Aber im Moment genoss sie diese Kleinigkeiten, wie mit ihrem Finger darauf herum zu tippen. Nur wollten ihre Finger nicht so ganz gehorchen, sodass sie sich das eine oder andere Mal vertippte. Sie bestellte: eine Käseplatte und eine Schinkenplatte, eine Platte mit Canapes, gebratene Muscheln und Krabben, ein italienischen Risotto, eine Lasagne, ein Lammsteak, gebratene Ente und natürlich ein Paar Burger und Fish and Chips, zahlreiche Eissorten, Sahne, frisches Obst und sonstige Backwaren, die gerade da waren. Alles in allem war sie dennoch flott fertig und ließ sich wieder zurück fallen, während sie im Liegen den Kopf nach Yorelias umwandte und ihn betrachtete. Sie mussten wirklich ein sonderbares Bild abgeben: er in seinen feinen Klamotten, mit diesem gewissen unnahbaren Auftreten und sie in ihren viel zu großen Klamotten, die nicht einmal ihr gehörten. In der Stille, die kurz entstand, stellte sie ihren Arm auf und legte das Kinn in ihre Handfläche, so auf ihren Arm gestützt legte sie den Kopf schief und musterte Yorelias weiterhin aus ihren sonderbaren Obsidian-Augen, die fast nicht mehr menschlich wirkten. Dann sprang sie aus dem Bett spazierte auf einen der Spiegel zu und stellt sich einfach davor. Sie starrte ihr Spiegelbild an. Ihr Gesicht sah zeitlos aus. Sie strich sich wieder durch die Haare, die sich so anfühlten, wie ihre eigenen. Dann drehte sie sich und musterte ihre Erscheinung ausgiebig, von vorn und von hinten und beschloss dann ihr Shirt hochzuziehen und ihren Bauch anzuschauen. Flach, die Hose saß ihr tief in den Hüften. Aber da war ein Bauchnabel. Irgendwo war sie auf die Information gestoßen, dass Klone keine Bauchnabel hatten, aber das war wohl nur ein Gerücht. Und als sie sie Hände wieder in die Hüften stemmte, sichtlich zufrieden mit ihrem Kauf, prasselten nur so die Gedanken auf sie ein.
Was das wohl für ein Prototyp war, der da verkauft werden sollte? Ob es eine Waffe war? Virale Erzeugnisse? Gentechnik? Die Countess fiel ihr ein. Ob sie noch ihrer X-Serie arbeitete? Was war aus dem Genom-Projekt geworden? Die Informationen der Genom-Sequenzionierung ratterten wieder durch ihr Gehirn. Ob sie das hier interessieren würde? Ihr Klon? Ihr perfekter genetische Zwilling? Und während ihr alle möglichen Fragen in den Sinn kamen, bemerkte sie nicht, wie ihr Ghost sich wieder mit der Matrix verband. Ein lautes Poltern brachte sie in zurück. Raven fand sich auf dem Boden wieder. Ihr Knie und ihr Ellenbogen schmerzten. Sie blinzelte verwirrt. Dann erkannte sie, dass sie der Auslöser war: sie hatte die Kontrolle über ihren Körper verloren.
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BeitragThema: Re: Prototyp 1.0   28/11/2014, 23:43

Yorelias realisierte in den nächsten Momenten zwei Mal, dass Raven „abschaltete“. Als sie ihm nach seinem Essenswunsch fragte, war er tatsächlich kurz am überlegen, was wohl am besten zu den beiden Weinen passen würde, doch noch bevor er ihr seine Entscheidung mitteilen konnte, war sie bereits so in das Tab vertieft, dass sie gar nicht mehr realisierte, dass er eigentlich etwas sagte. Schmunzelnd, da er sie wohl noch nie so erlebt hatte, dass sie tatsächlich mal etwas nicht mitbekam, ging er zum großen Fenster, welches im einen vorzüglichen Ausblick über Seattle bot. Es war schön so über allem hoch drüber zu sein. Irgendwie gab es einem das Gefühl, dass man nicht Teil des Ganzen war und sich das alles dort unten in Ruhe anschauen konnte. Aber genau das Gefühl hatte er sowieso immer, wenn er eine neue Stadt betrat, wo ihn niemand kannte oder er einfach in eine Stadt zurückkehrte, wo er lange nicht mehr war. Und gewissermaßen war er heute wieder den ersten Tag hier...
Als er sich umdrehte war Raven bereits fertig mit dem Bestellen, stand jedoch vor dem Spiegel und betrachtete ihren Körper, was Yorelias im ersten Augenblick seltsam fand, dann jedoch vollkommen nachvollziehen konnte. Ihr eigener Körper, das erste Mal, dass sie Gelegenheit dazu hatte, nur war eben er auch noch im Raum. Sein kurzes Räuspern, um auf sich aufmerksam zu machen, bemerkte sie ebenfalls nicht. All ihre Sinne waren wohl doch nicht nicht so da, wie sie da sein sollten, doch das machte nichts, denn er ging einfach langsam auf sie zu, durch das geräumige Zimmer. Und dann sollte sich genau das zeigen, was er vermutet hatte, denn ihre Beine wurden plötzlich weich wie Gummi, krümmten sich in einem seltsamen Winkel und im ersten Moment sah man nur wie in Zeitlupe, wie ihr Körper zusammensackte. Zwar war Yorelias schnell, doch so schnell nun auch wieder nicht, denn damit hatte er wirklich nicht gerechnet. Raven landete auf den Knien, dann sackte sie zurück und ihre Ellbogen wollten den Sturz abfangen. Hinter ihr war noch das Bett oder besser das gefährlichere Bettgestell, auf welches sie beinahe mit dem Hinterkopf gefallen wäre, doch Yorelias war schnell genug bei ihr und hielt sie bereits in seinen Armen, wie man einen Verletzten hielt, den man mit dem Oberkörper hoch lagern wollte. Oder aber wie jemand tanzte, wenn sich die Frau sich nach hinten lehnte und vom Mann gehalten wurde. Etwas besorgt jedoch blickte er zu Raven und merkte, dass ihr Körper bald wieder beseelt war mit dem E-Ghost.
„Einen guten Morgen. Sie waren drei Stunden bewusstlos, Miss Raven. Ich habe bereits die zwei Weine und ein gutes Mahl genossen.“, nahm er sie grinsend auf den Arm.
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BeitragThema: Re: Prototyp 1.0   29/11/2014, 14:52

Raven blinzelte und brauchte einen Moment um sich zu orientieren. Sie fand sich mehr oder minder in Yorelias Armen wieder – oder wurde zumindest von diesem gehalten. Ihre Hände wanderten zu seine Unterarmen, wo sie sich festhielt um sich aus dieser Position aufzurichten mit seiner Hilfe. Jedoch ließ sie sich währenddessen wieder kurz hinreißen. Ihre Hände strichen etwas weiter hinauf, an seinen Armen entlang. Raven war fasziniert, wie seidig sich sein Hemd anfühlte und gleichzeitig wie warm es war durch seine Körperwärme. Wie merkwürdig es war jemanden zu berühren, geschweige denn jemand anderen so physisch deutlich neben sich im Raum zu fühlen. In der Matrix wusste man von der Anwesenheit, aber man spürte sie nicht. Vermutlich war Spüren eine Form des mulisensorischen Wissens. Aber sie war sich nicht einmal sicher, dass sie jemals zuvor, selbst als sie noch ein Mensch gewesen war, Dinge so explizit und bewusst wahrgenommen hatte. Vermutlich war das eine Errungenschaft des E-Ghosts die materielle Welt nun mehr zu schätzen.
Raven fiel es daher selbst erst etwas später auf, dass sie sich länger an Yorelias festgehalten hatte, als notwendig war. Und dann fiel ihr ein, wie sonderbar das aussehen musste. Sie war zwei Köpfe kleiner als er und musste ihren Kopf leicht zurücklegen um in sein Gesicht zu sehen. Er grinste und auch Raven musste grinsen, wenn auch etwas benebelt und vielleicht etwas unwohl, was sie aber niemals zugegeben hätte.
„Mein strahlender Held!“, gab sie theatralisch von sich und musste lachen, ihre Hand wanderte dabei zu seinem Bauch, wo sie flach zum Liegen und Raven sich bestimmt von Yorelias weg schob und so mindestens einen Schritt Abstand zwischen sie beide brachte. Ihre Finder strichen noch flüchtig über den Saum seines Hemdes, bis jeglicher Kontakt endgültig endete und sie sich abwandte und zum Fenster sah. Sie seufzte leise, als sie sich an die Fensterbank stellte.
„Vielleicht wäre es besser ein E-Ghost zu bleiben. Dieses körperlose Ding, vor dessen Können alle zurückschrecken als so unkontrolliert und angreifbar zu sein wie ein Mensch...“, gab sie nüchtern von sich. Nicht enttäuscht, nicht traurig. Aber was erwartete sie nach noch nicht Mal einer Stunde in diesem Körper.
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BeitragThema: Re: Prototyp 1.0   29/11/2014, 16:47

Es war amüsant mit anzusehen wie ihr Geist wieder zurück in den Körper schlüpfte und sich dann vollkommen menschliche Regungen zeigten, wie beispielsweise die Suche nach Wärme, einem anderen Körper...
„Oh nein, kein strahlender Held, kein Retter. Nur jemand, der seinen Auftraggeber nicht verlieren will, denn schließlich bin ich doch neugierig, was es dort alles auf dem Markt verkauft wird.“, schmunzelte er und ging damit wohl genau auf das Spiel ein, was sie wollte. Schließlich sah es ganz und gar nicht so aus, man hätte sie sogar als Paar bezeichnen können in dieser Position, besonders als sie anfing seinen Körper mit zaghaften Berührungen zu erkunden.
Dann half er ihr auf, als es an der Zeit war und er blickte ihr hinterher, als sie an das Fenster ging, wo er noch vor Sekunden gestanden hatte. Auch sie genoss diesen Ausblick wohl. Ungewohnt. Distanziert. Real. Was ihr durch den Kopf ging? Er sollte es erfahren und ging auf ihre Worte hin ebenfalls zum Fenster, stellte sich neben sie und blickte hinaus.
„Sie geben so schnell auf, Miss Raven?“, fragte er in Richtung Fenster. „Das hätte ich nun wirklich nicht erwartet. Es ist doch eine neue Herausforderung oder etwa nicht? Ein E-Ghost sein ist leicht, aber einen Körper aus Fleisch und Blut zu haben, das ist wohl die Herausforderung, oder?“
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BeitragThema: Re: Prototyp 1.0   29/11/2014, 19:10

Raven schmunzelte. Yorelias hatte genau ihren wunden Punkt getroffen. Sie war wohl zu einfach zu durchschauen. Dennoch blickte sie Yorelias direkt mit ihrem typisch süffisanten Grinsen an.
„Das war eine Feststellung. Ich habe niemals gesagt, dass ich aufgebe. Aber ich habe schließlich einen Ruf zu verlieren, wenn ich mir eine Blöße gebe.“, gestand sie. „Außerdem ist es ja schon genug, wenn zwei Personen wissen, wie fragil das Raven-Projekt hier ist.“ Sie deutete auf den neuen Körper. Und musste selbst über sich lachen. Von außen betrachtet musste sie ja wie eine Freak-Show wirken. Sie sollte wohl wirklich professioneller mit Yorelias sein, ermahnte sie sich.
„Außerdem: wann gibst du dieses „Miss Raven“ endlich auf?“, fragte sie und verdrehte die Augen. Wobei, eigentlich hatte sie sich bereits daran gewöhnt. Sie schaute kurz wieder hinunter auf die Stadt und nickte in die Richtung der bunten, nächtlichen Lichter.
„Außerdem weißt du genau so gut wie ich, dass dort draußen auf dem Mark alles verkauft.“ Und damit meinte sie ausschließlich alles. Es gab nichts, was man nicht auf dem Schwarzmarkt kaufen konnte. „Und daran hat sich in den letzten zehn Jahren, in denen ich nicht mehr dort draußen war, nichts verändert.“ Sie wirkte wieder kurz abgelenkt, dieses Mal ohne ihren Fade-Away-Stunt und musterte Yorelias dann aufmerksam.
„Wie alt bist du?“, fragte sie ihn zusammenhanglos. Von Alec und Denahi wusste sie es. Aber Yorelias war ihr bis heute ein Rätsel geblieben. Sie schätze ihn allerdings um Einiges älter an als sie alle zusammen. Vermutlich aufgrund seiner unterschwelligen Anspielungen, die sich hier und da häuften. Und aufgrund seines sonderbaren Verhaltens.
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BeitragThema: Re: Prototyp 1.0   29/11/2014, 20:26

„Mann kann nur besser werden, wenn man immer wieder aufsteht. In ihrem Sinne, Miss Raven, ist das wohl dann und wann auch wörtlich zu verstehen.“, grinste er und drehte sich zu ihr, als würde er aufpassen, dass sie nicht gleich wieder umkippte.
Auf ihre Frage, wann er damit aufhören würde, gab er ihr schlicht keine Antwort. Sie musste es schon gewohnt sein und würde es wahrscheinlich sogar seltsam finden, wenn er nun damit aufhörte. Schließlich waren sie Geschäftspartner und so sollte es auch bleiben. Er lernte über E-Ghosts, von E-Ghosts, hatte eine Shapeshifterin, einen Kybernetikexperten und einen jungen Elfen, dessen Mentor er wohl einmal sein konnte. Er war zufrieden hier und schließlich hatte er auch keinen Zeitdruck, besonders nicht, wenn er sich weiterentwickelte. In welche Richtung war eigentlich egal. Dann blickte er, immer noch zu ihr gewandt, wieder aus dem Fenster und nickte.
„Die Welt da draußen ist groß und man kann alles haben. Aber ich bin daran interessiert, was man nicht haben kann. Der Prototyp scheint wohl eine Aufgabe für mich zu sein, die sie, Miss Raven, perfekt ausgesucht haben. Um ihre Frage jedoch zu beantworten, möchte ich sagen, dass ich aus einer Zeit stamme, wo es in Seattle noch nicht viel gegeben hat. Erde, Sand, Steine und Wasser. Darum bin ich gerne hier in der Stadt. Zu sehen was die Zivilisation zustande bringt ist irgendwie erfrischend.“ Bei seinen letzten Worten waren seine Blicke ganz und gar auf sie gerichtet.
„Aber nun sein Sie ehrlich und geben sie zu, dass sie diesen Auftrag nur ausgewählt haben, damit sie mich ködern können.“, gab er seine Vermutung mit einem selbstsicheren Schmunzeln von sich.
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BeitragThema: Re: Prototyp 1.0   29/11/2014, 21:46

Raven nickte nur. Tatsächlich bewahrheitete sich ihre Vermutung. Sie wusste zwar noch immer nicht, wie alt er war, aber zumindest konnte sie ihn nun auf mehrere Jahrhunderte schätzen. Vermutlich 4 oder 5. Und da sie seinen Blick auf sich spürte, wand sie sich ihrerseits zu ihm um.
Bei seiner Aussage musste sie doch wieder grinsen. Sie drehte dem Fenster den Rücken zu, lehnte sich an die Fensterbank und sah Yorelias weiterhin an. Ihre Augenbrauen wanderten nach oben und sie sah für einen Moment sehr amüsiert aus.
„Da muss ich leider enttäuschen. Tatsächlich war die Wahl dieses Auftrags sehr egoistisch.“ Dann verfinsterte sich ihr Gesicht etwas und Raven schaute weg. Schaut zu ihren Füßen und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Alec und Denahi zu ködern war nicht schwer. Sie brauchten Hilfe und so konnte ich sie an mich binden und jetzt erst recht mit den neuen SINs. Außerdem haben die beiden den selben Feind wie Wyatt. Und seit meinem Tod hat Wyatt einen persönlichen Kreuzzug begonnen, der ihn umbringen wird, wenn er allein so weiter macht...“ Eine kurze Pause, sie sah zu Yorelias auf.
„Und was dich betrifft, wissen wir beide, dass ich dich nicht aufhalten kann, wenn du gehen willst. Sicher. Ich könnte dich mit der neuen SIN erpressen, aber das würde nicht viel ändern. Denn draußen auf dem Markt kann man sich mit genügend Kontakten und Geld binnen kurzer Zeit eine neue beschaffen. Außerdem will ich nicht kleinlich sein. Allerdings lasse ich nur ungern Leute gehen, die Wyatts und mein Geheimnis kennen.“ Ihr kühler Blick lag durchdringend auf ihm, begegnete seinen blauen Augen mit einer Standhaftigkeit, die einem Berg Konkurrenz gemacht hätte. Entschlossenheit stand darin. Sie würde sie nicht in Gefahr bringen, selbst wenn das hieße ein Leben auszulöschen. Selbst davor würde sie nicht Halt machen.
„Und was den Auftrag betrifft...“, wieder wand sie ihre Augen zu Boden und ihr Blick schweifte ab, ins Nichts, als sie weitererzählte.
„Wyatt und ich kommen aus London. Dort herrscht die Countess, wie sie sich nennt. Sie ist, oder war, die ungeschriebene Herrscherin der illegalen Hacker-Community. Sie hatte sich vor über zwölf Jahren an einer Reihe versucht: der X-Reihe. Es ging darum bei Technomancern ein bestimmtest Gen zu eliminieren, welches für die außergewöhnlichen technischen und virtuellen Fähigkeiten innerhalb der Matix verantwortlich ist. Damals hat die Countess mit der Regierung zusammengearbeitet. Daher schlossen wir – Wyatt und ich – uns der Occupy-Parlament-Bewegung an. Zu dieser Zeit verloren wir einige sehr fähige Leute an ihre Forschungsreihe... Als ihr die Revolte von Occupy zu heikel wurde, verschwand sie im Untergrund. Und es kursieren Gerüchte, dass sie ihre Forschungsergebnisse damals an die Yamatetsu Corporation – oder eben heute Evo – verkauft hätte. Ich selbst hatte mich einmal in ihre Systeme gehackt und kenne einige der Forschungsunterlagen... und mir scheint, dass an diesen Gerüchten etwas dran ist. Der Prototyp von Evo muss etwas mit der X-Reihe zu tun haben. Denn wenn sogar Renraku daran Interesse hat... Daher werden hier zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Wyatt und Alec können der zu ihrem Gegner ernannten Yakuza eins auswischen und ich bekomme die Möglichkeit einer Revanche. Wir hätten die Countess und ihre Forschungslabore damals zerstören sollen, als es eine Gelegenheit dazu gab, bevor sie an hunderten von Hackern herumexperimentiert und sie dadurch umgebracht hat... Nur leider hat der Matrix Crash unser Vorhaben zu Nichte gemacht.“ Damit beendete sie vorläufig ihren Monolog. War es falsch Yorelias so viele Informationen zu geben? Aber sie redete sich damit aus, dass sie noch immer einen Black Hammer auf ihn abfeuern könnte, sollte es notwendig werden. Denn entweder er war für sie oder gegen sie. So einfach war das. Raven wirkte leicht trübsinnig, aber ein Klopfen an der Zimmertür riss sie aus den Gedanken.
„Zimmerservice!“, kam es von der anderen Seite der Tür.
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