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Deus
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BeitragThema: Identities   6/12/2013, 21:34


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Seattle - Redmond Barrens




15.07.2072


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Denahi
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BeitragThema: Re: Identities   11/12/2013, 23:53

Als Alec den Kopf schüttelte und einen Kuss auf ihre Hand hauchte, waren es vor allem zwei Gefühle, die sie wahrnahm. Der Drang unter dieser zärtlichen, kaum merklichen Berührung regelrecht zu zerfließen, aber zugleich war da auch leichte Wut. Wut, dass er sie nicht ernst nahm. Dass er ihre Warnung nicht ernst nahm. Aber es passte ganz und gar nicht zu dem Elfen sie nicht ernst zu nehmen. Er gab ihre Aussage nur zurück. Doch Denahi wagte zu bezweifeln, dass das stimmte, denn sie hatte weniger zu verlieren, war weniger verletzlich als er. Nun, weniger verletzlich war sie wohl nicht, zumindest resistenter, was dauerhaften körperlichen Schaden betraf. Er stellte ihr eine Frage, die gar keine war und dennoch nickte Denahi. Es war keine gute Idee und dennoch wollte sie noch immer ergründen, wer Alec wirklich war. Also ließ sie sich immer weiter in seine bisher unverständliche Welt hinein ziehen und fand sich erneut auf dem Rücksitz eines Taxis. Dieses Mal war es ihr aber irgendwie zuwider. Sie roch abgestandenes Fett, einen Lufterfrischer, etwas das nach Blut roch, Medizin und anderen Körperflüssigkeiten. Ach der Fahrer wirkte nicht gerade gesund. Eigentlich erinnerte er sie an die meisten Menschen, die sie bei sich in den Barrens gesehen hatte. Sie schaute Alec an.
„Wo fahren wir hin?“, fragte sie leise. Ihre Augen schweiften wieder ab und beobachteten, wie sich die Umgebung veränderte. Wie sie immer tiefer in die Großstadtschluchten abtauchten, das Licht immer dämmeriger wurde, die Schatten tiefer. Die mächtigen Türme des Ares-Komplexes verschwanden schließlich hinter einer dicken Schicht aus Beton. Die Umgebung wandelte sich, wurde zunehmend düsterer, dreckiger, verfallener. Sie wusste, wo es hinging. In die Unterwelt, den Teil der Stadt, wo es nur ein Gesetz gab, den Teil, wo sie wusste, wie man überlebte. Zumindest als Shapeshifter. Schließlich hielt der gelbe Wagen vor einem Gebäudekomplex.
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Alec Knight
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BeitragThema: Re: Identities   13/12/2013, 20:15

Wollte er eigentlich auf ihre Frage antworten? Wo fuhren sie hin? "Redmond Barrens" wäre wohl eine unzureichende Antwort gewesen, schließlich war dies etwas vollkommen offensichtliches. Aber ihr zu erzählen, dass sie zu seinem Schieber fuhren, bei dem er alle paar Wochen gut bezahlte Killer-Aufträge bekam, bei dem er seine Waffen kaufte, seine Munition, seine Ausrüstung, eben all das, was im Moment sein Leben ausmachte. Sein gesamtes Leben bis auf die Suche nach seiner Schwester und den Racheplänen an den Yakuza zumindest. Also wollte er antworten? Oder hätte er sie lieber einfach vorher aussteigen lassen wollen, um sie später abzuholen?
Doch dafür war es wohl zu spät. Sie schienen beide etwas zu verschweigen und ihm wurde dies im Taxi nur umso bewusster, als dieses lange Schweigen eingetreten war und all die Zärtlichkeiten, die sie ausgetauscht hatten, so weit entfernt wirkten, so als hätte sie sie gar nicht wirklich gegeben, als habe er wirklich nur geträumt. Er wagte es in diesem Moment nicht einmal sie zu berühren, sie anzuschauen, da er es nicht riskieren wollte sich etwas vorzuspielen, was in ein paar Minuten schon zerstört werden würde. Es gab keine Zukunft für sie beide. Er war Auftragskiller und sie... sie war... war SINlos und sicher nicht gut auf dergleichen zu spreche. Mehr konnte er nicht über sie sagen und wagte es auch gar nicht, denn der Tag hatte wieder so viel Neues gebracht. Auf der einen Seite dieses überwältigende Gefühl, dass er sich wieder um jemand anderes sorgt als sich selber, dass er jemanden gefunden hatte, für den er da sein wollte, auf der anderen Seite diese Enttäuschung, die er sein musste, weil er etwas anderes vorgegeben hatte, als was er tatsächlich war. Die Enttäuschung, dass er ihr keine Sicherheit bieten konnte, kein normales Leben, wie es dieser schüchternen, neugierigen und vor allem liebenswerten Person, gebührte. Innerlich bereitete er sich bereits darauf vor sie verloren zu haben, noch bevor er sie wirklich gewonnen hatte. Doch schließlich war das alles auch irgendwie seine Schuld. Hätte sie ihn nicht kennen gelernt, würde sie nun nicht in diesen Schwierigkeiten stecken. Die Yakuza würde nichts mit ihr zu tun haben, Ares würde nicht nach ihrer Identität fragen... Doch da wurde ihm noch etwas bewusst: Sie war trotzdem hier. Bei ihm. Und das obwohl sie keinerlei Zwang dazu hatte. Schließlich war er es, der für sie bürgte...
"Wir fahren zu einem Arbeitskollegen von mir. Einer von der Arbeit, die ich wirklich mache.", gab er knapp zurück und tat sich unglaublich schwer mit diesen paar Worten, welche ihm fast im Hals stecken blieben. Wieder dieses kehlige Gefühl, dass man nicht mit allem Wasser der Welt weg bekommen konnte. Das schlechte Gewissen dazu und doch die Erkenntnis, dass sie hier war.
Er beschloss also ihr alles zu zeigen. Alles notwendige. Er hatte wirklich nichts dagegen, wenn möglichst wenig gesprochen wurde. Nur gut, dass Orks nicht gerade zu den gehörten, die gerne plauderten und auch Jack, der zwar schon etwas mehr redete als die meisten Orks, hatte, wenn es ums Geschäft ging, seine Lauscher eher offen als den Mund. Denahi würde er also tatsächlich mitnehmen in seine Welt.
Als der Taxifahrer plötzlich stehen blieb, wurde Alec aus seinen Gedanken gerissen und bezahlte fast mechanisch die Rechnung. Ein ganz gewohnter Ablauf. Dann stiegen Denahi und er aus. Sofort machte sich das Taxi mit weit überhöhter Geschwindigkeit auf den Weg zurück in die sicheren Viertel der Stadt. Er und Denahi hingegen standen auf offener Straße. Die Umgebung ließ sich leicht beschreiben: Sie standen an der Kreuzung einer Straße, die man vor Jahren sicher mal als wirkliche Straße erkannt hatte. Nun war es nur noch etwas, was sehr vage auf diese Beschreibung passte, es sei denn man würde Trampelpfad, Schotterpiste oder Flickenteppich ebenfalls dazu zählen. Sie blickten auf leere Flächen, zerfallene Gebäude, notdürftig aufgestellte Wellblech-Hütten und überall wo man mehr oder weniger zivilisierte Lebenwesen vermutete, sah man ein Licht, welches auf Feuer schließen ließ, denn viel Strom oder sonstige Energie konnte sich hier niemand leisten.
Vor ihnen lag ein etwas größerer Gebäudekomplex, den man als Lagerhalle erkennen konnte. Zumindest war sie das einmal - lang lang war es her. Alec selber hatte das Gebäude so kennen gelernt und fragte sich wo Jack heute zu finden war, denn ab und zu brachen einfach Bestandteile des Gebäudes in sich zusammen oder knarrten so heftig, dass man sich besser schon vorher in Sicherheit brachte.
"Bist du bereit? Ich möchte, dass du einfach bei mir bleibst und das Reden auch mir überlässt, ja? Ich will dich nicht bevormunden, aber hier gelten andere Regeln, darum sollte ich das Ganze wohl besser übernehmen." Dieses Mal blickte er nicht nur in ihre Richtung, sondern drehte sich auch zu ihr, sodass man fast sehen konnte, wie er sich danach sehnte, sie einfach in den Arm zu nehmen, doch es nicht wagte...
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Denahi
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BeitragThema: Re: Identities   17/12/2013, 19:41

Seine Antwort kam kurz bevor sie gehalten hatten. Zu seiner wirklichen Arbeit. Denahi blickte Alec an und schmunzelte leicht, obwohl er so traurig aussah oder eigentlich gerade weil er irgendwie traurig aussah.
"So, zu deinem Arbeitskollegen?", ihre Stimme hatte einen leicht belustigten Unterton, obgleich die Situation für jeden anderen Menschen sicherlich nicht lustig gewesen wäre.
"Ich habe irgendwie bereits gewusst, dass du kein Kampflehrer bist...", gestand sie. Und das mit dem Wissen konnte sie schließlich offen zugeben, da sie seine Waffen mit eigenen Augen gesehen hatte. Und welcher Kampflehrer hatte solche Teile zuhause, es sei denn er hatte gewaltige Probleme.
Als sie hielten, machte Denahi, dass sie schnellst möglich aus dem Taxi ausstieg. Irgendwie war ihr das Ding weniger geheuer als die Barrens. Sie sah nur, wie Alec ihn bezahlte und der Wagen binnen Sekunden bereits verschwunden war. Sie streckte sich genüsslich und strich ihre Kleidung glatt, während sie sich aufmerksam umblickte. Sie kannte Gegenden wie diese nur zur Genüge. Für einen Menschen wirkte sie viel zu entspannt in dieser gefährlichen Gegend. Sie fühlte sich fast schon wohl. Jedenfalls teilweise wohler als in der Obersicht zuvor. Hier kannte sie sich aus. Hier würde sie keiner nach ihrer SIN fragen oder sie abfällig mustern. Und selbst wenn, konnte sie ihn fressen und niemand würde es je erfahren. Denahi tat ein Paar Schritte vor; auf das Gebäude zu und dann stand Alec bereits neben ihr und drehte sich zu ihr um. Sie schaute ihn nach wie vor völlig entspannt an. Sie mochte die Geräumigkeit der Barrens. Die Ruinen gaben viel Raum und viele Mölichkeiten sich zu verstecken und zu schützen ohne eingesperrt zu sein, weder physisch, noch von der Gesellschaft. Seine blauen Augen schauten sie durchdringend an, als er sprach und sie musste grinsen. denahi ging auf ihn zu, überbrückte den kleinen Abstand zwischen ihnen und schlang ihre Arme um seinen Hals, als sie noch immer grinsend nickte. Ihre Finger strichen über seinen Nacken. Schien das Ganze hier sogar irgendwie zu genießen.
"Die Frage ist, ob du bereit bist...", gab sie mit einem verspielten, fast schnurrenden Unterton zurück, als sie ihm so nahe war, dass sie ihn fast küssen konnte.
"Gut, das Reden überlasse ich dir. Aber Alec, glaub mir, ich weiß welche Regeln hier gelten... Schließlich ist das mein Zuhause...", gab sie leise, aber nicht wirklich traurig oder beschämt zurück. Im Gegenteil, wenn er wirklich in dieser Gegend verkehrte, dass wusste er, wie es war. Dann würde er sie vielleicht gar nicht verurteilen... Sie hauchte einen ganz flüchtigen, süßen Kuss auf seine Lippen, bevor sie sich von ihm löste und auf den Eingang des Gebäudes zustapfte, sich noch einmal kurz nach Alec umblickend.
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BeitragThema: Re: Identities   18/12/2013, 21:09

Alec war in diesem Moment vollkommen perplex. Anscheinend nahm Denahi das Ganze nicht nur gut auf, sondern schien sogar froh, ja sogar voller Vorfreude zu sein, was ihren kleinen Ausflug in die Barrens anging und seinen Job. Er hatte sie nicht falsch eingeschätzt, sondern lag ganze Sonnensysteme daneben mit seiner Theorie über das unschuldige Mädchen aus der Vorstadt!
Und dann, nach dem Kuss, den er gar nicht richtig genießen konnte, weil er so überhaupt nicht damit gerechnet hatte, ging sie einfach an ihm vorbei, ging auf das Gebäude zu, als sei es etwas vollkommen Selbstverständliches! Einen Moment lang blickte er ihr nach, bewunderte ihren Gang und die Ausstrahlung, die von ihr ausging. Als sei sie ein neuer Mensch. Oder vielleicht ja gerade der Mensch, der sie eigentlich war...? Hatte sie nicht auch gerade gesagt, dass es ihr Zuhause war? Oder bildete er sich das nur ein? Nein! Ganz und gar nicht. Hier war sie Zuhause! Ihre Art, ihre Selbstsicherheit, ihr ganzes Wesen war verändert. Die Vorfreude schien ihren ganzen Körper strahlen zu lassen, nicht nur ihr hübsches Gesicht mit dem frechen Grinsen. Als habe man ihn gerade aus einem Trance-Zustand geweckt, wurde sein Blick wieder klarer und er hechtete ihr nach, holte auf.
„Warte! Warte! Nicht so voreilig! Du scheinst ja ganz schön neugierig zu sein.“ Nun war er es, dessen Lebensgeister zu neuem Leben erwachten. In seinem Körper regte sich etwas, etwas dass sich der Vorfreude von Denahi anschloss. Es war dieses Gefühl, dass man etwas kaum erwarten konnte, kaum noch abwarten wollte, bis es endlich soweit war. Wie das Gefühl bevor man die Ergebnisse einer Prüfung gesagt bekam, bei der man ein unglaubliche gutes Gefühl hatte und für das einen jeder loben würde. Oder... oder das Gefühl wenn man jemanden überraschte und wusste, dass er sich darüber freuen würde, sodass man sich ebenfalls freute... Aber das waren Gefühle, die lang her waren. Das jetzige sagte ihm nur: Du willst wissen, ob Denahi wirklich gefiel, was sie nun zu sehen bekam, ob sie deine Welt versteht und mit dir darin leben könnte. Denn dann wäre es... Er überlegte nicht weiter, sondern konzentrierte sich auf Denahi, hielt ihren Arm sanft, sodass er sie zum stehen bleiben zwang.
„Außerdem musst du mir sagen, was mich verraten hat. Kein Kampflehrer?“ Er warf ihr einen schmunzelnden und gleichzeitig fragenden Blick zu. „Woran hast du es erkannt, hm?“, wollte er wissen und genoss nun wieder, dass er vor ihr stand, sich ihre Körper berührten, da er nun nicht mehr so scheu war und den Abstand zwischen ihnen gerne wegließ...
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Denahi
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BeitragThema: Re: Identities   4/1/2014, 16:04

Die Salzsäule namens Alec löste sich aus ihrer Starre und mit einem zufriedenen Grinsen stelle Denahi fest, dass er schon bald aufgeholt hatte und sie am Arm fasste. Sie blieb stehen und schaute Alec an, der nun wieder ganz dicht vor ihr stand. Trotz der Angespanntheit und Dringlichkeit der Situation schien auch er nun gelöster. Aber dieses Mal war es anders, da war kein Abstand mehr zwischen ihnen, weder körperlich, noch emotional, zumindest kam es ihr nur den Druchteil eines Moments so vor. Ob das wohl eine Gesetzmäßigkeit war, die man im Umgang mit ihm beachten musste: man konfrontierte Alec mit ihm unbekannten Tatsachen und Verhaltensmustern und er verlor seine Scheu? Sollte sie nun wirklich antworten. Sagen, dass sie ihn bereits länger beobachtete hatte? Nein. Sie grinste ihn an und zuckte die Schultern.
„Intuition. Ich beobachte – Alec...“, gab sie zu und war sich der Doppeldeutigkeit ihrer Aussage voll und ganz bewusst. Sie musste breiter grinsen, als sie in sein Gesicht blickte.
„Außerdem solltest du dich jetzt nicht von solchen Dingen ablenken lassen, schließlich brauchen wir deine volle Konzentration. Und ja, ich bin neugierig...“, ihr Blick schweifte wieder in Richtung des Eingang. Sie wollte unbedingt ergründen, was es mit dieser Halle auf sich hatte und wer wohl der Mann darin war.
Schritte. Da war jemand! Ihr Grinsen wich und sie schaute sich rasch um. In einiger Entfernung sah sie eine dunkle Gestalt, die sich auf der entgegen gesetzten Seite des Gebäudes befand und dann dahinter verschwand. Ob das wohl Alecs Arbeitskollege war oder ein weiterer Kunde. Oder vielleicht jemand ganz anderes. Womöglich gab es am anderen Ende der Halle einen weiteren Eingang. Sie schaute wieder zu Alec; „Sollen wir? Bevor noch mehr Besuch auftaucht?“
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BeitragThema: Re: Identities   4/1/2014, 18:51

Auch Alec sah den Fremden, aber gestand dem Ganzen nicht sehr viel Bedeutung zu, schließlich gingen bei Jack immer Fremde ein und aus. Er war ein Johnson... und jeder brauchte Arbeit. Nur war dieser Typ so ein Anzug-Typ, also eher untypisch. Aber ihm selbst war ja auch nicht gleich anzusehen, dass er ein Runner war. Obwohl, wem sah man das in diesen Tagen schon an? Er nickte und deutete ihr zu folgen.
„Besucher werden sicher nicht einige da sein, wie ich den Laden kenne!“, meinte er und erklärte nicht, was er damit meinte. Sie würde es sowieso sehen. Mit Denahi an seiner Seite gingen sie auf den Haupteingang zu, welcher eine schwere Schiebetür war. Als er an die blecherne Tür klopfte war das Geräusch so laut, dass man sich unwillkürlich umschaute. Als würde man damit die ganze Nachbarschaft mitten in der Nacht wecken, was zweifellos in gewisser Hinsicht stimmte. Umso glücklicher war er, als der Sehschlitz geöffnet wurde und zwei große und irgendwie unförmige Augen die beiden beäugten. Bei Alec blieben sie nur einen Moment lang, bei Denahi merkte man richtig, wie sie einen Moment lang verharrten, doch man hörte ein Grunzen auf der anderen Seite und das Tor wurde laut entriegelt, sodass sie hinein huschen konnten.
„Hi Alec!", war die selbstverständliche Begrüßung des typischen Türsteher-Trolls, der sich immer zu“ Sehschlitz hinunter beugen musste.
„Irgendwann bekommst du davon Rückenschmerzen.“, scherzte Alec und erntete dafür ein weiteres Grunzen, was wohl so eine Art Lachen sein sollte.
„Ich werd Jack gleich mal fragen, wie es mit einer Krankenversicherung aussieht.“, antwortete der Troll glucksend darauf und schloss laut das Tor hinter ihnen. „Du hast jemand Neuen mitgebracht?“, fragte er weiter neugierig und beäugte Denahi schamlos.
„Ein bisschen klein für mich, aber sieht ganz nett aus. Jack ist oben wenn du ihn suchst.“ Der Troll nahm sich seine Zeitung wieder zur Hand und setzte sich auf den überdimensionalen Klappstuhl an der Wand neben dem Tor, als sei die Begrüßung sowie die Sicherheitskontrolle, die man erwartet hätte, beendet.
„Netter Kerl der Große, wenn man ihn kennt.“, kommentierte Alec diese scheinbar vertraute Begrüßung, als sie einige Meter ins Innere des Gebäude gegangen waren. Der verfallene Eindruck von Außen setzte sich auch hier weiter fort. Anscheinend war das Gebäude tatsächlich nur eine Art Arbeitsumgebung. Nicht mehr nicht weniger. Warum es also gemütlich machen?
Der lange Weg vor ihnen führte sie an verschiedenen kleinen Räumen vorbei, in denen man entweder nichts als verwüstete Lagerräume sah oder gestapelte Kisten mit unbekanntem Inhalt.
Erst als sie die Treppe hinauf gegangen waren, die teilweise so vermüllt war, dass man sich einen Trampelpfad schaffen musste, änderten sich die Räumlichkeiten etwas: Aus dem ersten Raum kam ein scharfer Geruch, wie von Feuerwerkskörpern, die gerade verschossen wurden. Als man hinein sah, erblickte man eine Gruppe aus Menschen, Orks und einem Troll, die ihre Kugelsicheren Westen anzogen, ihre Waffen vorbereiteten, ihre Magazine mit Patronen auffüllten... Ein alltäglicher Anblick für Alec, nur war er gespannt, was Denahi davon halten würde, besonders nachdem einer der Runner Alec kurz gegrüßt hatte, ganz so als würden sie sich kennen..
„Und, immer noch neugierig, oder war das schon genug für heute? Noch kannst du umdrehen und dich zu dem netten Troll unten setzen.“, grinste er und irgendwie war er sich sicher, dass es Denahi nichts ausmachte hier zwischen schwer bewaffneten Leuten zu sein... In den anderen Räumen sah es ähnlich aus: Waffenkammern, Warteräume, Trainingsräume... irgendwie alles was man bei einer Polizeistation erwartete, nur dass dies hier wohl die andere Seite des Gesetzes war.
Schließlich bogen sie ab und gingen einen Gang entlang, in dem gerade ein weiteres Schiebetor geöffnet wurde. Der Mann von vorhin, den sie unten gesehen hatte und der den Hintereingang benutzt hatte, war gerade zu Jack reingelassen worden. Einsatzbesprechung? Oder ein Kundengespräch? Sicher war, dass es ums Geschäft ging, worum auch sonst. Der Schiebetür-Wächter, ein durchtrainierter Mensch mit abgefahrener, grüner Stehhaar-Frisur und ziemlich offensichtlich vercyberten Gliedmaßen steckte sich gerade eine Zigarette an und bot Alec und Denahi ebenfalls eine an, welche Alec verneinte.
„Yo, Jack ist gerade beschäftigt. Irgendso ein Info-Broker-Typ oder sowas. Hab den noch nie hier gesehen...“, bekam Alec sofort einen Lagebericht, gefolgt von einem Handschlag. Auch hier wurde Denahi erst einmal begutachtet, bis sich ein fröhliches Grinsen auf den Zügen des Mannes abzeichnete.
„Dich seh ich hier auch zum ersten Mal... Hm, schade, dass du mit Alec hier bist.“, grinste er weiter fröhlich vor sich hin und zwinkerte Denahi zu. „Cyberfinger weg, sonst gibt's Stress. Verstanden?“, stellte Alec klar, auch wenn man den beiden ansah, dass es nur freundschaftliches Geplänkel war.
„Was gibt's denn Neues? Hat Jack ein paar interessante Sachen für uns?“
„Da musst du ihn schon selber fragen. Ich werde nur dafür bezahlt hier zu stehen und ungebetene Gäste raus zu werfen. Aber ich hab gehört, dass die Yakuza ihren Hintern versohlt bekommen haben. Guter Job Mann! Wie viele hast du da gekillt? Zehn? Zwanzig? Du erarbeitest dir gerade einen ziemlich Yakuza-feindlichen Ruf Alter!“
„Ja ja, schon gut, lassen wir das besser.“, meinte Alec etwas kleinlaut und erntete dadurch einen fragenden Blick.
„Klar, wie du meinst, Alec. Bist ja noch nie so der Angeber-Typ gewesen. Ich werd dem Boss mal sagen, dass du da bist.“
Kurzerhand wurde das Tor geöffnet, welches ziemlich schwer aussah, aber durch den Cyberarm wie Papier zur Seite geschoben wurde.
„Hey Jack, Alec ist da, mit so ner geilen Schnecke!“, hörte man ihn etwas gedämpfter in den Raum rufen. „Äh.. ja.. klar, ich lass sie rein, Boss.“ Schulterzuckend blickte er zu Alec und Denahi, um sie hinein zu nicken.
„Geht schon, ihr dürft rein.“Als ob man das nicht gehört hätte. Genau so wie das mit der „geilen Schnecke“! Sofort nahm Alec wieder Denahis Hand und schob sie vor sich in das Zimmer, welches im Gegensatz zu allen anderen irgendwie sogar wohnlich wirkte. Wandteppiche, mehrere Bildschirme auf dem großen Schreibtisch, bequeme Sessel. Hier und da sah man einige Sammlerstücke wie Waffen oder irgendwelche verkohlen Metallstücke, die wohl jeder andere weggeworfen und sie nicht unbedingt in eine Vitrine getan hätte. Nur fehlte etwas, nämlich der Typ, der hier vorhin hineinspaziert war. Wahrscheinlich im Nebenzimmer, dachte sich Alec nur. Anscheinend war das Gespräch mit seinem Gast etwas länger.
„Alec. Schön, dass du dich mal wieder blicken lässt. Deine Yakuza-Aufräum-Aktion hat dich wieder auf die Liste der von mir Beschäftigten gebracht. Ich hätte auch gleich einen Auftrag für...“
„Tut mir leid Jack, das muss warten. Ich hab eine Bitte. Wir brauchen eine SIN.“
„Kein Problem, du kennst ja die Preise. Aber ich hätte gerade Lizenzen im Angebot, wenn ich damit helfen kann.“
„Nein, nein, heute ist es etwas anderes. Ich brauche eine perfekte SIN und zwar bis morgen Früh.“
Einen Moment lang schaute Jack ihn an und grinste dann.
„Eine Perfekte... bis morgen Früh... gut... sonst noch Wünsche, Sir Alec?“
„Das ist mein Ernst, ich brauche sie. Sonst hab ich Ares im Nacken.“ Ares schien ein Stichwort zu sein, denn Jacks Miene verfinsterte sich. Er stand mit einem Satz auf und ließ seine Fäuste auf den Tisch knallen.
„Was ist los mit dir? Erst die Yakuza, dann Ares? In der letzten Woche bist du ja kaum wieder zu erkennen! Und jetzt bringst du hier noch einen Gast mit? Wer ist sie überhaupt?“, wollte der Johnson wissen und gab eindeutig zu verstehen, dass er keine Antwort von Alec erwartete.
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Denahi
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BeitragThema: Re: Identities   5/1/2014, 01:22

Als Alec sich in Bewegung setzte – offensichtlich gab er sich fürs Erste mit ihrer Ausrede zufrieden – folgte sie ihm zum Haupteingang. Sie verfolgte den Wortaustausch zwischen Alec und dem Wachmann, oder eher Wach-Trolls. Sie wusste ja gar nicht, was er hatte. Also sie fand sich nicht zu klein, es gab schließlich viele Frauen, die kleiner waren als sie. Außerdem hatte er ja noch gar nicht ihre Pumagestalt gesehen. Dennoch fand sie den Troll irgendwie sympathisch und erwiderte seinen Blick einfach. Überließ jedoch Alec das Reden, weil er ihn zu kennen schien. Problemlos passierten sie ihn, bahnten sich ihren Weg durch das baufällige Gebäude. Hier und da war Schutt unter ihren Stiefeln zu hören und Gips bröselte von der Decke, aber der Bau hielt. Auch der Treppenaufgang schien nicht ganz stabil zu sein und Denahi war froh, dass sie keine halbe Tonne wog, als sie oben angelangt waren. Sie schritten an einigen Räumen mit bewaffneten Wesen vorbei, die aussahen, als würden sie jeden Moment einen Krieg mit der halben Welt losbrechen. Unwillkürlich verlangsamte Denahi ihre Schritte und schaute in die Räume hinein.
„Ich hasse Schusswaffen...“, brabbelte sie leise vor sich hin, ohne zu bemerken, dass sie es überhaupt laut aussprach. Erst als Alec sie ansprach und sie wieder das Grinsen in seiner Stimme hörte, schaute sie zu ihm auf. Ob sie noch immer neugierig war?
„Sicher!“, war die lakonische Antwort. Aber zu dem Troll wollte sie sich nicht setzten, also schüttelte sie den Kopf und sprach wieder bevor sie nachgedacht hatte.
„Glaubst du, die haben auch Silberkugeln da?“; sofort biss sie sich auf die Zunge und hätte sich ohrfeigen können für diese offensichtliche Frage. Scheiße, verdammte! So würde sie sich nocht wirklich verraten. Auch den Nächsten schien Alec zu kennen, diesen grünhaarigen Typen, der sie musterte. Schon klar, sie war unpässlich gekleidet, aber wer konnte schon ahnen, dass ein normales Date irgendwo in den Barrens von Seattle so abrupt enden würde. Sie musterte den Typen und fragte sich, ob er das erst meinte, dass es schade war, dass sie mit Alec hier war. Unverständnis stand in ihrem Gesicht und als der Typ zwinkerte, konnte sie sich ihre Frage nicht verkneifen.
„Ist irgendetwas mit deinem Auge?“, ihre Stimme klang schon nahezu besorgt, als sie den Wachmann anschaute. Aber als Alec den Typen zurechtwies, schaute sie ihren Begleiter an. Ihr war klar, dass er Spaß machte und dennoch mochte sie es irgendwie, wenn er den Beschützer raushängen ließ. Nicht, dass sie dem Cyborg nicht mit einem Haps die Finger abbeißen und sie damit zu einem Haufen Schrott verarbeiten konnte, nein, sie mochte es einfach, dass sie scheinbar zu Alec gehörte. Während sie so ihren Gedanken nachhing, bemerkte sie erst zu spät, wie das Gespräch eine andere Wendung nahm und sie auf die Yakuza zu sprechen kamen, doch Alec schien alles andere als zufrieden mit dem Thema, daher war sie froh, als der Typ doch seinen Boss per Brülllaut kontaktierte. Da taten einem ja fast die Ohren weh. Denahi rümpfte die Nase, als er sie als Schnecke bezeichnete und brummelte wieder etwas vor sich hin, etwas das so viel hieß wie:
„Ich bin doch keine Schnecke. Ich bin eine Katze... Katze...“, dann seufzte sie und folgte Alec, der sie ins Zimmer hinein schob, wo sie bereits ein imposanter Ork erwartete. Das musste wohl der besagte Arbeitskollege sein. Und wieder gab es nur ein Thema: Yakuza. Sie hatte dieses Wort in letzter Zeit bereits so oft gehört. Aber welchen Auftrag der Ork für Alec hatte, interessierte sie ja schon. Doch der Ork schien Alecs Anliegen gar nicht ernst zu nehmen. Im Gegenteil, er schien erbost über Alecs Verhalten in der letzten Woche. Und wessen Schuld war es? Ihre! Sie schien auch nicht gerade willkommen zu sein, was den Ork anging. Verständlich war es ja schon, dass er wissen wollte, wer dieser unbekannte Gast war. Denahi trat dennoch vor, sodass sie nun etwas näher bei dem Ork stand und vor Alec. Sie erwiderte seinen Blick, schaute direkt in seine Augen ohne die geringste Spur von Angst zu haben.
„Ich bin Denahi.“, sagte sie, als wäre das fast schon selbsterklärend.
„Das ist eigentlich alles meine Schuld.“, gab sie zu. „Ich bin auf der Straße an ein Paar Yakuza geraten und Alec wollte mir helfen. Und auch das mit Ares ist wohl mir zu zuschreiben, denn als wir dort waren... gab es einen Zusammenstoß. Yakuza waren in dem Gebäude und bei der SIN-Kontrolle bin ich aufgeflogen. Ich habe nämlich gar kein. Deswegen brauche ich dringend eine SIN bis morgen, damit wir sie bei Ares vorlegen können. Wie Sie sehen, ist alles eigentlich meine Schuld und nicht Alecs!“, sie konnte sich nicht mehr daran erinnern, wann sie zum letzten Mal einen so langen Monolog gehalten hatte.
„Und warum sind diese Yakuza überhaupt so wichtig? Alle reden von denen, als seinen sie allmächtig oder keine Ahnung. Das sind doch auch nur Menschen...“ Sie bluteten so wie normale Menschen und sie starben wie normale Menschen.
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Alec Knight
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BeitragThema: Re: Identities   5/1/2014, 16:08

Entgeistert blickte Jack zu Alec.
„Stimmt das?“, wollte er wissen und Alec zuckte mit den Schultern.
„Na ja.. So halb?“ Die Stimme des Elfen war mehr fragend als sonst irgendwas und mit einem irgendwie hilflosen Blick, schaute er zu Denahi. Im nächsten Moment wandelte er sich jedoch in einen mahnenden Blick. Was fiel ihr eigentlich ein, alle Schuld auf sich zu nehmen?
„Ich war einfach ein bisschen neben der Spur diese Woche. Belassen wir es dabei. Denahi hat damit nichts zutun. Es ist einfach nur Zufall, dass alles irgendwie zusammen kam. Aber das...“
Jack deutete ihm mit einem Blick ruhig zu sein und tippelte hinter seinem Schreibtisch auf und ab, als überlege er angestrengt, was er für eine Bestrafung auswählte. Zumindest war seine nachdenkliche Miene so zu deuten. Doch es sahen wohl alle Orks ziemlich grimmig aus, wenn sie Gehirnarbeit leisten mussten...
„Na gut, belassen wir es dabei. Schlechte Woche - Unglücksbringerin. Denahi, sagtest du, ist dein Name. Und du brauchst eine SIN, weil sonst Ares hinter Alec und dir her sind. Ich will gar nicht wissen wie so was zu Stande kommt. Wichtig ist, dass ihr Geld habt. Einen Hacker zu besorgen, der so eine Meisterleistung zustande bringt, ist nicht billig. Wenn es davon überhaupt einen gibt auf dieser Welt, der innerhalb von ein paar Stunden eine komplette SIN erstellt. Ihr habt euch da ganz schön tief in die Scheiße geritten.“ Jack seufzte und blieb schließlich stehen, um sie beide anzublicken.
„Wäre aber echt schade einen so talentierten Yakuza-Killer zu verlieren. So welche wie du tauchen hier ziemlich selten auf. Die meisten sind strohdoof und nach Jahren nicht so weit, wie du es schon nach Monaten warst. Du hast mir schon viel Geld eingebracht Alec... Ich werde euch helfen. Aber Geld wird trotzdem eine Rolle spielen. Also habt ihr welches? Oder besser hast du welches Denahi? Denn du siehst nicht so aus, als könntest du mit toten Yakuza bezahlen.“, lachte er witzlos. Schließlich ging es ums Geschäft und da war keinerlei Humor angebracht...
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BeitragThema: Re: Identities   5/1/2014, 17:15

Denahi nickte auf die Zusammenfassung des Orks hin. Richtig aufgefasst. Dann schaute sie wieder zu Alec, aber der schien irgendwie... eingeschüchtert. War er eingeschüchtert von dem Ork? Konnte das sein? Sie verstand es nicht. Gut, er hatte Wissen und wahrscheinlich auch eine Menge Geld. Aber er war auch nicht Gott. Das alles ging ihr durch den Kopf während sie ihn beim Denken beobachtete. Man konnte fast schon erahnen, wie sich die kleinen Rädchen seines Getriebes, welches sich Gehirn nennen konnte, in Bewegung setzten. Aber sie sollte es sich besser nicht ganz so bildlich vorstellen und besser zu hören, was der Große zu sagen hatte. Der hört sich selbst wohl auch gern reden, stellte Denahi fest. Aber sein Fazit war gleich interessanter: er wollte ihnen helfen. Und sie brauchten dazu Geld. Als der Ork sie direkt ansah, zog Denahi den Credstick von ihrem Hals, der zuvor an einer ledernen Schnur um ihren Hals gehangen und in ihrem Dekolleté verschwunden gewesen war.
„500 Nuyen, das ist alles, was ich habe.“, gab sie schlicht zurück. Ihr war bewusst, dass es lachhaft war, dass Alec allein so viel an Bestechungsgeld für den Fahrer gezahlt hatte. Sie zuckte dann aber die Schultern und schaute den Ork an. Er lachte. Sie sah zwar als Mensch unscheinbar aus, aber...
„Na ja, wenn tote Yakuza eine Währung sind, kann ich auch damit bezahlen.“, in ihren Augen blitze es auf. Sie war gespannt, wie der Ork reagieren würde. Aber irgendwie hatte sie Spaß an dem Spiel.
„Ich brauche nur einen Hinweis, wo ich sie finden kann...“
Dann hörte sie wieder Schritte und ein bestimmtes Klopfen: drei Mal. Als Denahi sich nach der Quelle der Geräusche umschaute, erblickte sie den Mann von vorhin. Die Tür zum Nebenraum war angelehnt. Er stand lässig in der Tür, mit einer Schulter an den Türrahmen gelehnt. Ein Bein über das andere gestellte, die Arme vor der Brust verschränkt. Er war groß und schlank, was nicht nur an der schwarzen Kleidung lag, die er trug. Seine Wangen waren leicht eingefallen und die blass blauen Augen, die die Farbe von Eiswürfeln hatten, schauten zu nächst Denahi, dann Alec und schließlich den Ork an. Das schlohweiße Haar fiel ihm tief in die Stirn. Er lächelte leicht.
„Entschuldigt. Ich konnte die Unterhaltung kaum überhören. Vielleicht könnte ich weiterhelfen...“
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